| Alexandra Amanatidou |
| 05.02.2026 18:00 Uhr |
»KI ist kein Nice-to-have, sondern ein zukünftiger Erfolgsfaktor – auch in der Apotheke«, schreibt Matthias Mieves (SPD) auf LinkedIn. / © Adobe Stock/Dragana Gordic
In ihrer Jahresauftaktklausur hat die SPD von einer »KI-Offensive« und der Einführung eines staatlich finanzierten KI-Gutscheins für mittelständische Unternehmen gesprochen. Ob dieser auch für Apotheken gültig sein würde, war bislang unklar. Dies hat der SPD-Politiker Matthias Mieves nun in einem Beitrag im sozialen Netzwerk »Linkedin« bestätigt. Darin schreibt er, dass Apotheken ein zentraler Pfeiler unseres Gesundheitssystems und ein bedeutender Wirtschaftszweig des Mittelstands sind. »Höchste Zeit, auch hier darüber zu sprechen, wie KI sinnvoll und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann«, schreibt der Bundestagsabgeordnete, der Mitglied des Gesundheitsausschusses ist.
Mieves beklagt, dass laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 nur 13 Prozent der Apotheken künstliche Intelligenz aktiv nutzen. Er ist der Meinung, dass es diverse Vorteile für die Nutzung von KI im Apothekenalltag gäbe. So könnten Patientinnen und Patienten beispielsweise mithilfe eines KI-gestützten Text- oder Sprachbots abends ihre Medikamente vorbestellen. Dieser könnte auch Standardfragen beantworten und wäre rund um die Uhr verfügbar. KI könnte außerdem bei der automatisierten Erstellung von QM-Dokumenten helfen und somit den bürokratischen Aufwand reduzieren »Das Ergebnis: weniger Papierkram, mehr Zeit für Beratung«, so Mieves.
Auch bei Lieferengpässen sieht der Politiker eine Lösung durch KI. »Eine KI analysiert Verkaufsdaten, prognostiziert Bedarfe und hilft, Über- und Unterbestände zu vermeiden.« Dies stabilisiere die Versorgung und entlaste im Alltag. »KI ist kein Nice-to-have, sondern ein zukünftiger Erfolgsfaktor – auch in der Apotheke.«
Im Augenblick ist nicht definiert, welche Kriterien Apotheken erfüllen müssen, um einen KI-Gutschein zu erhalten. Einige Details sind allerdings bereits bekannt gegeben worden. SPD-Fraktionsvize Armand Zorn sagte gegenüber der Nachrichtenseite »The Pioneer«, dass seine Partei für die Startphase ein Fördervolumen von rund 250 Millionen Euro vorschlägt und zwar nach dem Prinzip »first come, first served«, zu Deutsch »wer zuerst kommt, mahlt zuerst«.
Laut Zorn werden Unternehmen eine Förderung von bis zu 50.000 Euro erhalten, wobei die Förderquote bei 60 Prozent vom Staat und 40 Prozent Eigenanteil liegen wird. Der Gutschein kann bei europäischen KI-Anbietern für Beratung, Implementierung, Datenaufbereitung, Training und Qualifizierung eingelöst werden. Laut dem Nachrichtenportal sind die Services von US-Tech-Konzernen vom KI-Gutschein ausgeschlossen.