| Alexandra Amanatidou |
| 05.02.2026 18:00 Uhr |
In der Kommentarspalte hält sich die Begeisterung der Apothekerinnen und Apotheker jedoch in Grenzen. Ein User schreibt: »Ich fürchte, dass sich KI in der politischen Arbeit zunehmend als ›Fluchtstrategie‹ gegen notwendige Reformen etabliert«.
Auch die Apothekenreform und die Fixumserhöhung werden in den Kommentaren angesprochen. »Bei dem Dokumentationswahnsinn bei Apotheken und insgesamt im Pharmasektor wird noch etwas ganz anderes dazu beitragen, dass mehr Zeit für das Wesentliche entsteht: Eine Reform, die für den entsprechenden Bürokratieabbau und weniger Dokumentation sorgt«, sagt ein User. Ein anderer schreibt: »Anstelle eines KI-Gutscheins für Apotheken sollte die Koalition sich zunächst einfach an die Koalitionsvereinbarung halten und Frau Warken dazu bringen, nicht nur in nett über die Fixumserhöhung zu reden, sondern diese auch endlich umzusetzen.« Diese versprach die Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erneut im neuen PZ-Format »Alex’ Doppelte Dosis«.
Auch die Linken-Abgeordnete Stella Merendino ist der Meinung, dass die zentralen Herausforderungen der Apotheken derzeit weniger im fehlenden Zugang zu KI-Anwendungen, sondern eher in Bereichen wie Personalmangel oder Bürokratiebelastung liegen. »Ein KI-Gutschein klingt modern, löst aber kein einziges strukturelles Problem in Apotheken«, sagt die Politikerin, die Mitglied des Gesundheitsausschusses ist, gegenüber der PZ. Ein KI-Gutschein solle Teil einer umfassenden Digitalstrategie sein, die die reale Versorgungslage berücksichtigt, kleine Betriebe nicht überfordert und den Nutzen für Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stelle. »Andernfalls besteht die Gefahr, dass ein gut klingendes Instrument am Alltag der Apotheken und Gesundheitseinrichtungen vorbeigeht«, sagt Merendino.
Auch für die Grünen-Abgeordnete Paula Piechotta ist eine digitale Infrastruktur entscheidend, um entsprechende Anwendungen überhaupt nutzen zu können. Nur dann können die Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz dauerhaft und flächendeckend genutzt werden. »Ebenso notwendig ist die Bereitschaft der Apotheken, digitale Lösungen aktiv anzunehmen und ihre Arbeitsprozesse entsprechend weiterzuentwickeln«, sagt sie gegenüber der PZ.