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Blutverlust nach Geburt
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Messung soll Zahl toter Frauen mindern

Viele Frauen verlieren nach einer Geburt übermäßig viel Blut. Ab wann das gefährlich wird, wird oft durch bloßen Augenschein beurteilt. Die WHO plädiert für exakte Messungen.
AutorKontaktdpa
Datum 16.06.2026  11:05 Uhr
Medizinisch unnötige Kaiserschnitte verhindern

Medizinisch unnötige Kaiserschnitte verhindern

Um einer postpartalen Blutung vorzubeugen, werden oft Medikamente verabreicht, die die Gebärmutter - auch Uterus genannt - dazu anregen, sich zusammenzuziehen. Neben solchen Uterotonika gebe es andere Ansätze, um die Blutungen zu verhindern oder zumindest den Schweregrad abzumildern, heißt es in der Reihe vorgestellter Studien zum Thema. Unter anderem die Behandlung von Blutarmut sowie die Verhinderung medizinisch nicht notwendiger Kaiserschnittgeburten sind demnach solche Maßnahmen. Vielfach würden diese Möglichkeiten noch nicht ausreichend genutzt.

In einem der Beiträge im Fachjournal »The Lancet« wird auf eine Studie aus dem vergangenen Jahr verwiesen, der zufolge bei der Abschätzung des Blutverlusts bei einer Geburt durch das medizinische Personal etwa 52 Prozent der Fälle von postpartaler Blutung übersehen werden. Die Experten plädieren für eine exaktere Bestimmung der Blutmenge, um solche Fehleinschätzungen zu verhindern - etwa mit Geburtstüchern mit Blutauffangbeutel.

Wie viel Blut ist zu viel Blut?

Das könne bei einer schnelleren Diagnose helfen, was wichtig sei, weil jede Verzögerung den Zustand verschlimmern und schwerer behandelbar machen kann. Nach WHO-Empfehlung sollte schon ein Blutverlust ab 300 Millilitern in Verbindung mit nicht normalen Vitalparametern wie Atmung oder Herzschlag als Kriterium für die Diagnose »postpartale Blutung« gelten.

Im deutschsprachigen Raum wird die PPH der DGGG zufolge derzeit als ein Blutverlust von mindestens 500 Millilitern nach vaginaler Geburt oder mindestens 1.000 Millilitern nach einem Kaiserschnitt definiert. Unabhängig vom sichtbaren Blutverlust müsse bei klinischen Zeichen eines hämorrhagischen Schocks von einer PPH ausgegangen werden.

Tausende Frauenleben ließen sich retten

In »The Lancet« verweisen die Experten auf eine WHO-Studie von 2023 über den Erfolg eines Maßnahmenbündels namens »Motive«: »Indem sichergestellt wird, dass jede Frau mit postpartaler Blutung sofort eine Uterusmassage, ein Uterotonikum, Tranexamsäure sowie intravenöse Flüssigkeitszufuhr erhält und die Blutungsquelle untersucht wird, können medizinische Fachkräfte das Fortschreiten zu einer lebensbedrohlichen Blutung drastisch - um bis zu 60 Prozent - reduzieren«, hieß es.

Durch die entsprechende Ausstattung von Entbindungseinrichtungen, die Stärkung des Gesundheitspersonals und die großflächige Einführung bewährter Maßnahmen könnten der WHO zufolge jedes Jahr tausende Menschenleben gerettet werden.

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