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Indikationserweiterung
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Mepolizumab jetzt auch für COPD-Patienten

Der Antikörper Mepolizumab ist seit 2016 auf dem Markt, anfangs nur bei schwerem Asthma. Nun kam mit COPD sogar eine fünfte Indikation hinzu.
AutorKontaktPZ
Datum 13.02.2026  16:00 Uhr

Mepolizumab richtet sich gegen Interleukin 5 (IL-5), das wichtigste Zytokin für den Lebenszyklus von eosinophilen Granulozyten. Dementsprechend liegen seine Einsatzgebiete bei Erkrankungen mit erhöhter Eosinophilen-Anzahl im Blut.

2016 kam Mepolizumab (Nucala®) als Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma in Deutschland auf dem Markt. Ähnlich lautet nun auch die Indikationserweiterung bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Es ist laut Hersteller Glaxo-Smith-Kline (GSK) der erste IL-5-Inhibitor, der nun als zusätzliche Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit COPD und erhöhter Eosinophilen-Zahl zugelassen wurde. Voraussetzung ist, dass die COPD des Patienten trotz einer Kombinationstherapie aus einem inhalativen Corticosteroid (ICS), einem langwirksamen β2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muscarin-Rezeptorantagonisten (LAMA) unzureichend kontrolliert ist. Angewendet wird das Arzneimittel nur einmal monatlich als Fertigpen oder Fertigspritze.

Als IL-5-Hemmer greift Mepolizumab gezielt in die Typ-2-Inflammation ein. Das sei klinisch relevant, denn laut GSK weisen 20 bis 40 Prozent der COPD-Patienten erhöhte Blut-Eosinophilen-Werte auf – ein Marker für Typ-2-Inflammation, die wiederum mit einem erhöhten Risiko für Exazerbationen und Krankheitsprogression einhergehe.

Einen klinischen Benefit zeigt der Antikörper in der MATINEE-Studie mit rund 800 COPD-Patienten vom eosinophilen Phänotyp, bei der der primäre Endpunkt erreicht wurde. Zusätzlich zur inhalativen Tripeltherapie reduzierte Mepolizumab die jährliche Rate mittelschwerer und schwerer Exazerbationen signifikant um 21 Prozent gegenüber Placebo über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Die Zahl der Hospitalisierungen lag um 35 Prozent niedriger. Die Studiendaten wurden im April 2025 im »New England Journal of Medicine« veröffentlicht.

Das Medikament ist damit nun in fünf Indikationen zugelassen: Neben COPD und schwerem eosinophilen Asthma auch bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen, hypereosinophilem Syndrom sowie der eosinophilen Granulomatose mit Polyangiitis.

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