Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Abrechnung/Warenwirtschaft
-
Mehrere Gebührenerhöhungen bei Noventi/Awinta

Apotheker, die Kunden beim Dienstleistungskonzern Noventi sind, müssen ab November höhere Gebühren einplanen. Nach Informationen der PZ erhöht der Konzern sowohl im Abrechnungs- als auch im Software-Geschäft die Gebühren und führt eine neue Energiekostenpauschale ein.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 05.09.2022  11:00 Uhr

Gebührenerhöhungen sind derzeit gang und gäbe. Auch die Apotheken müssen sich mit Blick auf die steigenden Energiekosten auf eine kostenintensive Zukunft vorbereiten. Doch nicht nur die Kosten im Bereich der Energieversorgung steigen. Auch Dienstleistungen, die Apotheken wahrnehmen, werden teurer. In den vergangenen Monaten hatten die Apotheken insbesondere von ihren Großhändlern Konditionenanpassungen erhalten, weil die Grossisten mit höheren Spritpreisen leben müssen.

Neue, monatliche Energiekostenpauschale

Nun kommt für Tausende Apotheken aber auch eine Gebührenerhöhung in den Bereichen Abrechnung und Warenwirtschaft hinzu. Der apothekereigene Noventi-Konzern hat seine Kunden am vergangenen Freitag darüber informiert, dass ab November dieses Jahres neue Gebühren gelten. Neu eingeführt wird im Abrechnungsgeschäft der Noventi demnach eine monatliche Energiekostenpauschale (pro Apotheke 12,91 Euro), die durch eine Handlingspauschale in Höhe von 2 Cent pro Rezept ergänzt wird. Die Rezeptabholung kostet für die erste und zweite Abholung künftig 11,40 Euro, ab der dritten Abholung fallen 25 Euro pro Abholung an. Die Rezeptrücksendung kostet künftig 9,90 Euro für die ersten drei Rezepte, ab dem vierten Rezept fallen zusätzlich 0,98 Euro an. Die Rezeptanforderung lässt sich die Noventi künftig mit 2,95 Euro pro Anforderung vergüten. Die Nutzungsgebühr für das Kundenportal steigt auf 19,90 Euro und die Nutzungsgebühr für das Rezept-Archiv liegt künftig bei 12,90 Euro.

Höhere Gebühren pro Arbeitsplatz

Und auch Apotheken, deren Warenwirtschaft aus dem Noventi-Konzern kommt, müssen mit höheren Kosten leben. Die Noventi-Software-Schmiede Awinta teilte ebenfalls am vergangenen Freitag mit, dass pro Monat eine neue Energiekostenpauschale in Höhe von 12,91 Euro anfällt. Hinzu kommen neue monatliche Gebühren für den Software-Service in Höhe von 12,50 Euro und höhere Kosten für die Antiviren-Lizenz in Höhe von 1,75 Euro. Beide Erhöhungen gelten pro Monat und pro Arbeitsplatz.

Noventi-Finanzchef Castro: 70 Euro pro Apotheke

Wie hoch die Mehreinnahmen sind, mit denen die Noventi durch die Erhöhungen rechnen kann, wollte der Konzern auf Nachfrage nicht verraten. Noventi-Finanzchef Victor J. Castro sagte gegenüber der PZ: »Uns geht es nicht darum Mehreinnahmen zu generieren, sondern die gestiegenen Kosten zu kompensieren. Man kann jedoch sagen, dass eine durchschnittliche Apotheke für die Rezeptabrechnung mit künftig ca. 70 Euro pro Monat rechnen muss.«

Zur Begründung der Gebührenerhöhung sagte Castro: »Das Ihnen bekannte aktuelle Weltgeschehen und die wirtschaftliche Entwicklung in Europa führen zu enormen Kostensteigerungen, insbesondere bei den Material-, Energie-, Produktions- und Lieferkosten. Hinzu kommen die gestiegenen Personalkosten und die Inflation, die sich auf unsere Kosten auswirken. Die gesamte Gesundheitsbranche und wir als Unternehmen bleiben davon nicht unberührt, sodass auch wir uns mit relevanten Kostensteigerungen konfrontiert sehen.«

Mehr von Avoxa