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Brustkrebs
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Megestrol als Booster für Letrozol?

Die zusätzliche Gabe des Gestagens Megestrolacetat könnte die Wirksamkeit einer antiestrogenen Therapie mit Letrozol bei Estrogenrezeptor-positivem Brustkrebs steigern. Hinweise darauf liefert eine Phase-II-Studie aus England.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 07.01.2026  09:00 Uhr
Stärkere Tumorhemmung durch Kombinationstherapie

Stärkere Tumorhemmung durch Kombinationstherapie

Nach zweiwöchiger Behandlung zeigte sich, dass die zusätzliche Gabe von Megestrolacetat die antiproliferative Wirkung von Letrozol verstärkte. Der Ki-67-Index nahm in beiden Kombinationsarmen stärker ab als unter Letrozol allein, dabei waren 40 mg Megestrol ebenso wirksam wie die vierfache Dosis. Quantitativ lag die mittlere Ki-67-Unterdrückung in den Kombinationsarmen bei knapp 80 Prozent, verglichen mit etwa 71 Prozent bei Letrozol allein.

»In dem kurzen Untersuchungszeitraum führte die Zugabe eines Gestagens dazu, dass die antiestrogene Therapie das Tumorwachstum wirksamer verlangsamte. Besonders erfreulich war, dass selbst die niedrigere Dosis die gewünschte Wirkung zeigte«, fasste die Erstautorin die Ergebnisse in einer Pressemitteilung ihres Instituts zusammen.

Gestagene könnten außerdem die Therapietreue verbessern, erklärt Burrell: »Aus früheren Studien wissen wir, dass eine niedrige Progesterondosis bei der Behandlung von Hitzewallungen bei Patientinnen, die Antiestrogene einnehmen, wirksam ist. Dies könnte die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Patientinnen ihre Medikamente absetzen.«

Da die Studie nur knapp 200 Teilnehmerinnen umfasste und der Beobachtungszeitraum kurz war, sind jedoch größere Studien mit längerer Nachbeobachtung erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen. Zudem bleibt offen, ob der beobachtete Zusatznutzen auch für andere Gestagene als Megestrolacetat gilt.

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