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Tiermodell
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Mausstamm mit menschenähnlicher Covid-19-Pathologie

Die Bedeutung realistischer Tiermodelle für das Verständnis von Erkrankungen und für die Entwicklung von Therapieoptionen kann nicht überschätzt werden. Bisher existierten für Covid-19 nur unbefriedigende Tiermodelle. Jetzt wurde eine Maus entwickelt, in der die Pathologie ähnlich abläuft wie beim Menschen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 02.11.2023  17:00 Uhr
Transgene Maus verhält sich nach Infektion mit SARS-CoV-2 ähnlich wie der Mensch

Transgene Maus verhält sich nach Infektion mit SARS-CoV-2 ähnlich wie der Mensch

Der so erzeugte sogenannte »ACE2-GREAT-GEMM«-Genombereich in der transgenen Maus spiegelt die human-spezifischen Transkriptions- und Spleißmuster der Region um den ACE2-Locus genau wider, sodass man erwarten kann, dass diese Mäuse eine dem Menschen ähnlichere ACE-Genaktivität aufweisen.

Die humanisierten ACE2-Mäuse ließen sich durch eine intranasale Inkubation mit SARS-CoV-2 infizieren. Im Gegensatz zur transgenen K18-hACE2-Maus, einem gängigen Covid-19-Mausmodell, starben diese Tiere jedoch nicht nach der Infektion. Dies deutet darauf hin, dass ACE2 GREAT-GEMMs ein besseres Modell für das Studium von Covid-19 sind.

»Da diese Mäuse überleben, stellen sie das erste Tiermodell dar, das die Form von Covid-19 nachahmt, die bei den meisten Menschen auftritt – bis hin zu den aktivierten Zellen des Immunsystems und vergleichbaren Symptomen«, sagt Boeke, von der NYU Langone Health in einer Mitteilung. In der Tat schließt somit diese Arbeit eine relevante Lücke bei den Bemühungen, die Pathologie von Covid-19 noch genauer in einem Tiermodell studieren zu können und neue Interventionsmethoden bei der Behandlung der Krankheit zu entwickeln.

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