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Sherlock Holmes & Dr. Watson
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Männerpsyche schon in der Literatur ein Thema

Sherlock Holmes gilt als Paradebeispiel für vermeintlich männliche Charaktereigenschaften – rational, analytisch, mutig. Mit ihm entwarf Sir Arthur Conan Doyle nicht nur eine Detektiv-Figur, sondern antizipierte moderne Debatten um Männlichkeitsbilder und mentale Gesundheit.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 08.01.2026  07:00 Uhr

Körper und Geist gehören zusammen

Besonders deutlich wird Doyles Perspektive in »Der Daumen des Ingenieurs« (1892). Während Watson die blutige Hand des jungen Ingenieurs versorgt, kümmert sich Holmes um dessen seelischen Zustand. In einer Passage aus Doyles Erzählung vermutet Watson, der Verletzte bündele seine gesamte geistige Kraft, um trotz der Schmerzen ruhig zu bleiben. Holmes dagegen übernimmt die Rolle des Zuhörers, ermutigt den Mann, über die Geschehnisse zu berichten und seine Kräfte zu schonen. Die Botschaft ist klar: Körper und Geist verdienen die gleiche Aufmerksamkeit.

Zeitgenössische Leserinnen und Leser interpretierten Holmes’ Drogenkonsum und seine exzentrischen Züge häufig als Ausdruck von Genialität, so Linford. In den Männerfiguren habe man keine gesellschaftliche Kritik gesehen. Heute lassen sich Doyles Texte jedoch anders lesen. Und zwar als sensible Studien zur psychischen Belastung viktorianischer Männer – und ebenso als moderne Einladung, Verletzlichkeit nicht als Schwäche, sondern als menschliche Konstante zu betrachten.

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Männer

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