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Humane Papillomaviren
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Mädchen und Jungen werden zu spät zu wenig gegen HPV geimpft

Obwohl effektive HPV-Impfstoffe existieren, verfügen in Deutschland weniger als 50 Prozent aller 15-jährigen Mädchen und nicht einmal 20 Prozent der 15-jährigen Jungen über einen entsprechenden Impf-Schutz. Frauenärzte warnen vor fatalen Konsequenzen.
AutorKontaktChristiane Berg
Datum 30.04.2021  08:00 Uhr

Kondome schützen nicht komplett vor HPV

Studien, so das RKI, haben gezeigt, dass sich HPV-Infektionen zwar durch Kondomnutzung teilweise verringern, jedoch nicht verhindern lassen. Das Robert-Koch-Institut betont zudem, dass auch HPV-geimpfte Mädchen später unbedingt und regelmäßig am empfohlenen Gebärmutterhals-Screening teilnehmen sollten. So ließen sich frühzeitig Dysplasien erkennen, die durch restliche, nicht von den Impfstoffen abgedeckte HPV-Typen verursacht werden können.

An einem Zervixkarzinom erkranken derzeit in Deutschland pro Jahr etwa 4.500 Frauen. Circa 1.500 versterben jährlich daran. Bei Männern kommt es HPV-bedingt pro Jahr zu etwa 600 Anal- und 250 Peniskarzinomen sowie 750 Karzinomen in der Mundhöhle oder im Rachen. Die Therapie HPV-bedingter Karzinome hängt von der Tumorlokalisation und dem Schweregrad ab und kann eine chirurgische beziehungsweise Strahlen- und/oder Chemotherapie notwendig machen.

Der erste HPV-Impfstoff kam 2006 auf den Markt, der Nutzen der Impfung war anfangs nicht unumstritten. 2007 empfahl die STIKO die HPV-Impfung zunächst nur allen Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Da sich herausstellte, dass auch Jungen profitieren, wurde die STIKO-Empfehlung im Juni 2018 auf Jungen und nunmehr auf alle Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren erweitert.

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