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Neue Studie
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Long-Covid-Risiko mit genetischen Biomarkern einschätzen

Nach wie vor fehlt es an Biomarkern, mit deren Hilfe sich das individuelle Risiko für die Entwicklung von Long Covid abschätzen lässt. Einen signifikanten Schritt, diesem Defizit zu begegnen, macht jetzt eine große genomweite Assoziationsstudie, die Forschende des Unternehmens »23andMe« veröffentlicht haben.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 15.10.2024  12:00 Uhr
Long-Covid-Risiko mit genetischen Biomarkern einschätzen

Forschende des amerikanischen Unternehmens 23andMe haben im Rahmen einer großen genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) Genvarianten identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Long-Covid in Verbindung stehen.

23andMe war eines der ersten Unternehmen, die Genominformationen auf Basis von Einzelnucleotid-Variationen (Single Nucleotid Polymorphisms, SNP) für Privatpersonen anboten. Stimmten die Personen, die für sich eine solche Analyse in Auftrag gegeben hatten, zu, wurden sie in regelmäßigen Abständen in Online-Umfragen zu persönlichen Daten befragt, darunter auch Krankheitsdaten.

Diese Informationen, aus denen alle personenbezogenen Daten entfernt werden, nutzen Forschende bei 23andMe, um Assoziationen zwischen den genetischen Daten und bestimmten Krankheitsdaten zu identifizieren – oft auch in Zusammenarbeit mit Forschenden an akademischen Einrichtungen.

Die Basis der kürzlich auf dem Preprint-Server »Medrxiv« veröffentlichten Studie war die Frage nach bestimmen genetischen Variationen, die für ein erhöhtes Risiko verantwortlich sein könnten, nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 Long Covid zu entwickeln.

Für ihre Untersuchung verwendeten die Forschenden Daten von mehr als 53.000 Long-Covid-Patienten und 120.000 Kontrollpersonen aus der 23andMe-Forschungskohorte mit drei genetischen Abstammungsgruppen: Europäer (42.899 Long-Covid-Patienten, 94.721 Kontrollpersonen), Lateinamerikaner (8631 Long-Covid-Patienten, 20.351 Kontrollpersonen) und Afroamerikaner (2234 Long-Covid-Patienten, 5596 Kontrollpersonen).

In die Studie waren nur Teilnehmende eingeschlossen, bei denen Covid-19 diagnostiziert wurde oder die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Long-Covid-Fälle wurden auf der Grundlage von Selbstauskünften definiert.

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