| Lukas Brockfeld |
| 13.01.2026 13:30 Uhr |
Das ALBVVG wird auch von Vertretern der Pharmaindustrie kritisiert. Anders als den Krankenkassen geht den Herstellern das Gesetz aber nicht weit genug. »Das ALBVVG hatte gute Absichten, aber zu wenig Wumms – und infolgedessen so gut wie keine Wirkung«, sagte Pro-Generika-Chef Bork Bretthauer schon im Mai 2025. Das Gesetz sei zu inkonsequent und habe seine geplante Wirkung daher weitgehend verfehlt.
Die entlastenden Maßnahmen des Gesetzes, beispielsweise die Preiserhöhungen bei Krebsmitteln, kommen laut Bretthauer aufgrund eines »Dickichts der Kostendämpfungsmaßnahmen« nicht bei den Herstellern an. Von Engpässen seien weiterhin vor allem die Medikamente betroffen, »deren Preise von den diversen Preissenkungsmechanismen seit Jahren in den Keller gedrückt werden«.
Das ALBVVG habe es außerdem nicht geschafft, die Produktion wichtiger Arzneimittel zurück nach Deutschland zu holen. »Nicht ein Werk ist entstanden, nicht ein Euro konnte in die Ausweitung der Produktion gesteckt werden«, kritisierte Bretthauer. »Dafür, dass Unternehmen hier Produktion hochziehen, sind die Preise zu niedrig. Es fehlt dafür jeglicher Anreiz.«