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Proteste am 23. März
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LAV setzt auf »breite und sichtbare Beteiligung«

Am 23. März wollen Apothekerinnen und Apotheker in ganz Deutschland für eine bessere Honorierung protestieren. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV BW) ruft zur Teilnahme auf und appeliert an die Bevölkerung, sich rechtzeitig mit benötigten Medikamenten zu versorgen.
AutorKontaktPZ
Datum 18.03.2026  14:15 Uhr
LAV setzt auf »breite und sichtbare Beteiligung«

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg weist die Bevölkerung in einer Pressemitteilung darauf hin, dass sich am kommenden Montag, den 23. März, sehr viele Apotheken im Land an bundesweiten Protestmaßnahmen beteiligen werden. Das könne bedeuten, dass Patientinnen und Patienten nur durch die Notdienstklappe versorgt werden, Schaufenster verhängt sind oder Apotheken mit regional organisierten Aktionen auf ihre wirtschaftlich prekäre Situation aufmerksam machen.

Etliche Apothekenteams planen, an der zentralen Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Bayern teilzunehmen, sodass möglicherweise nicht alle Apotheken geöffnet sind. Der Verband setzt auf eine breite und sichtbare Beteiligung der baden-württembergischen Apotheken an dem Protesttag.

Einen Dämpfer gab es vergangene Woche, als das Sozialministerium Baden-Württemberg quer schoss und gegenüber der Landesapothekerkammer erklärte, dass die Schließung von Apotheken zu Protestzwecken nach ihrer Rechtsauffassung keinen in § 23 Absatz 2 Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO) genannten »berechtigten Grund« darstelle. Die Kammer erteilte daher keine Genehmigungen. Der LAV artikulierte sein Dilemma und gab gleichzeitig Tipps für die Proteste.

Proteste schon 2023

Bereits im November 2023 hatten tausende Apothekerinnen und Apotheker aus Baden-Württemberg und Bayern bei einer gemeinsamen Großkundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht. Am 23. März soll dieser bundesweite Protest fortgesetzt werden. Wo Apotheken am Protesttag nur teilweise oder nicht verfügbar sind, wird die Arzneimittelversorgung der Bürgerinnen und Bürger durch Notdienstapotheken sichergestellt.

Hintergrund der Proteste ist die seit mehr als 13 Jahren ausbleibende Anpassung des Apothekenhonorars. Während die Personal- und Sachkosten laut dem LAV seit 2013 um rund 65 Prozent gestiegen sind, liegt das packungsbezogene Honorar weiterhin bei 8,35 Euro. Der Koalitionsvertrag sieht eine Anhebung auf 9,50 Euro vor – eine verbindliche Umsetzung steht jedoch noch aus.

LAV-Präsidentin Tatjana Zambo erklärt: »Die Apotheken dürfen jetzt nicht weiter hingehalten werden, denn die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken ist dramatisch. Seit 2013 mussten bundesweit fast 20 Prozent der Apotheken schließen – und auch wenn ich nach vorne schaue, sieht es schlimm aus: In Baden-Württemberg erwirtschaften rund 30 Prozent der Apotheken gerade so die schwarze Null oder stehen schon in den roten Zahlen. Das ist beängstigend!« Diese Entwicklung sei auch für die Patientinnen und Patienten ein Problem, da jede einzelne Schließung die wohnortnahe Arzneimittelversorgung schwäche.

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