| Alexander Müller |
| 24.02.2024 20:08 Uhr |
ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening, als Gast beim Zukunftskongress, fragte Laumann nach der Stellungnahme der Länder zu Lauterbachs Apothekenreform: »Sehen Sie eine Chance, dass sich der Bundesrat ganz klar gegen den Bundesgesundheitsminister positioniert?« Der NRW-Minister konnte ihr wenig Hoffnung machen. »So wie das Gesetz konzipiert ist, können wir es im Bundesrat nicht aufhalten.« Denn es sei eben nicht zustimmungspflichtig.
Dennoch werden die Länder über Stellungnahmen ihre Haltung deutlich machen können. Und zumindest Laumann unterstützt die Forderung nach einem höheren Fixum: »Beim Apothekenhonoraren ist seit vielen Jahren nichts passiert, da gibt es einen Nachholbedarf.« Die geforderte Erhöhung auf 12 Euro würde die Kassen nach Berechnungen seines Hauses drei Milliarden Euro kosten, umgerechnet 0,17 Prozent Beitragspunkte. »Das ist schon beitragsrelevant.«
Alternativ könnte man es über Steuern finanzieren. Aber angesichts von Inflation und Nullwachstum der Wirtschaft seien weitere Ausgaben des Staates unwahrscheinlich. Laumann hätte es grundsätzlich begrüßt, wenn sich der Bundestag mehr mit der wirtschaftlichen Situation des Landes als mit der Liberalisierung von Cannabis beschäftigt hätte.
Zum Schluss wurde der NRW-Gesundheitsminister noch einmal grundsätzlich. Er beklagte die Misstrauenskultur im Land. Wegen einiger Negativbeispiele würden alle unter Generalverdacht gestellt. Laumann warb für mehr Vertrauen. Alles kontrollieren zu wollen führe zu einem System, wie es heute besteht und damit letztlich zu mehr Ungerechtigkeit. »Deswegen sollte man ein neues Wort erfinden: Misstrauensabbau.«
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