| Cornelia Dölger |
| 05.01.2026 15:00 Uhr |
Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) pocht darauf, dass die Bundesregierung sich an ihre Versprechen hält. Für den Erhalt des Apothekennetzes bedürfe es »der längst überfälligen und im Koalitionsvertrag festgehaltenen Erhöhung des Fixbetrags bei der Arzneimittelvergütung«, so Drese zur PZ. Das erklärte Ziel des Gesetzentwurfs sei, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Apotheken zu verbessern – dies könne aber nur mit einer Honoraranpassung gelingen. Mecklenburg-Vorpommern habe dies bereits in einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf hervorgehoben.
Auch Hamburg lässt wissen, dass man eine »auskömmliche« Finanzierung der Apotheken für wichtig erachte, damit diese ihren Versorgungsauftrag erfüllen könnten. Aus Schleswig-Holstein heißt es, dass man sich weiterhin auf Bundesebene dafür einsetzen werde, »dass die Rahmenbedingungen für Apotheken so verbessert werden, damit auch zukünftig die Arzneimittelversorgung in Flächenländern wie Schleswig-Holstein sichergestellt werden kann«.
Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) – seit Januar neuer Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz – sieht in der Apothekenstärkung ebenfalls einen wichtigen Baustein, um die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. »Gerade im ländlichen Raum wird die Erhöhung des Fixums über die Frage des Fortbestehens der auskömmlichen Versorgung entscheiden«, so Philippi zur PZ. Die Bundesregierung müsse die Apothekenreform daher nutzen, um auch eine Erhöhung des Fixums auf den Weg zu bringen – so wie es im Koalitionsvertrag festgehalten sei.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte der PZ, die Bundesregierung sei »in der Pflicht, die im Koalitionsvertrag verankerte Erhöhung des Apothekenhonorars nun umzusetzen und eine gute Lösung für die berechtigten Forderungen der Apotheker trotz der angespannten finanziellen Lage der GKV vorzulegen«. Die flächendeckende Arzneimittelversorgung gehöre zur Daseinsvorsorge.
Auch aus dem Saarland kommt ein Appell in Richtung Berlin. Der Bund sei in der Pflicht, die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Apothekenhonorars umzusetzen, forderte Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD). Der Kabinettsbeschluss bleibe »weit hinter dem zurück, was die Apotheken zu recht erwarten«.
Die anhaltenden Apothekenschließungen bereiten Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) Sorgen. »Wichtig ist, dass die Honorare der Apotheken jetzt zügig an die Kostenentwicklung angepasst werden, nachdem sich hier sehr lange Zeit nichts bewegt hat«, ließ Lucha die PZ wissen. Apotheken bräuchten »zwingend eine solide finanzielle Basis, um den Herausforderungen als unverzichtbarer Teil der gesundheitlichen Versorgung und niederschwellige fachkundige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten begegnen zu können«. Die geplante Verhandlungslösung weise in die richtige Richtung, wichtig seien dabei faire Bedingungen.