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Online-Plattformen
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Länder fordern strengere Regeln für Cannabis-Rezepte

Die Apothekerschaft warnt schon länger vor dem vereinfachten Bezug von Medizinalcannabis über Online-Plattformen. Nun fordern auch die Länder, dass Rezepte nur nach persönlichem Arztkontakt erhältlich sein sollen.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 18.06.2025  12:15 Uhr

Leitplanken für Telemedizin

Darüber hinaus fordern die Länder die Regierung auf, Leitplanken für die Telemedizin zu entwickeln. Diese sollten sicherstellen, dass Telemedizin ihr Potenzial zur Entlastung von Ärztinnen und Ärzten entfalten kann. »Zugleich muss Plattformen vorgebeugt werden, deren Fokus weniger auf ärztlicher Versorgung und primär auf Gewinnerzielung liegt – etwa durch die schnelle Ausstellung von Verschreibungen gegen Entgelt ohne angemessene ärztliche Beratung.«

Besonders die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), bekannt für ihren unermüdlichen juristischen Kampf gegen diverse Verkaufs- und Werbepraktiken von Versendern, war in der Vergangenheit verstärkt gegen solche Plattformen vorgegangen. Zuletzt hatte sie erfolgreich einen Apotheker abgemahnt.

Auch die Ärztekammer Nordrhein hatte sich gegen solche Online-Verschreibungen ausgesprochen. Es sei ein »unvorhergesehener Effekt der Teillegalisierung«, dass immer mehr Menschen, die Cannabis zu Genusszwecken konsumierten, dieses über Privatrezepte aus dem Internet beziehen würden.

Medizinalcannabis fällt seit dem 1. April 2024 nicht mehr unter das Betäubungsmittelgesetz.

 

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