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EU-weiter Trend
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Krebssterblichkeit sinkt – mit zwei Ausnahmen

Die altersbereinigte Krebssterblichkeit in Europa sinkt drastisch – unter anderem wegen der medizinischen Fortschritte. Mit einem Phänomen kann jedoch die besser werdende Medizin europaweit nicht mithalten.
AutorKontaktdpa
Datum 20.04.2020  08:00 Uhr

Im Fokus: Prostatakrebs

Der Report nimmt jedes Jahr eine andere Tumorart in den Fokus, in diesem Jahr Prostatakrebs. An jenem würden in diesem Jahr 78.800 Männer sterben, so die Vorhersage der Wissenschaftler. Das sind zwar fast 4000 mehr als 2015, was aber damit zusammenhänge, dass die EU-Bevölkerung älter geworden sei. Berücksichtigt man diese Tatsache bei den Berechnungen, fiel die Mortalität in diesem Zeitraum um 7 Prozent. In Deutschland sei 2020 mit etwa 15.500 Todesfällen infolge von Prostatakrebs zu rechnen.

Dass das Sterblichkeitsrisiko für diese Tumorart europaweit falle, führen die Forscher auf aktuelle Operations- und Therapietechniken zurück. »Diese können, obwohl es keine Heilung gibt, einen relevanten Einfluss auf die Mortalität beim Prostatakrebs haben, da ein Teil der älteren Männer lange genug überleben könnte, um an anderen Ursachen zu sterben«, erklärt Epidemiologe La Vecchia in einer zur Studie veröffentlichten Mitteilung.

Hierbei gibt es allerdings eine Ausnahme: In Polen werde die Todesrate für diese Krebsart im Vergleich zu 2015 in diesem Jahr um 18 Prozent steigen und das, obwohl diese zwischen 1970 und 1974 europaweit am niedrigsten war. Für La Vecchia ist das schwer erklärbar. »Es ist möglich, dass die jüngsten relativ hohen Raten auf die verzögerte Einführung moderner Diagnosen und Behandlungen zurückzuführen sind«, vermutet er.

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