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Längere Pilotphase gefordert
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Krankenhäuser wenig auf EPA vorbereitet

Die Hälfte der Krankenhäuser schätzt, dass die Einführung der elektronischen Patientenakte (EPA) zwischen drei Monaten und einem Jahr dauern wird. Etwa zwei Drittel (64 Prozent) sind organisatorisch wenig oder noch gar nicht auf den EPA-Start vorbereitet. Vor diesem Hintergrund fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Pilotphase über den 15. Februar hinaus zu verlängern.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 27.11.2024  15:15 Uhr
Krankenhäuser wenig auf EPA vorbereitet

Ab 2025 sollen Versicherte automatisch eine E-Akte erhalten, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Starten soll die EPA am 15. Januar zunächst in den Modellregionen Franken, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Ab dem 15. Februar soll sie bundesweit für Patienten, Praxen, Kliniken und Apotheken nutzbar sein. Die Krankenhäuser sind dann verpflichtet, bestimmte Behandlungsdaten in die Akte zu übertragen. Dafür müssen die Krankenhausinformationssysteme (KIS) technisch angepasst und die Häuser an die Telematik-Infrastruktur angebunden werden.

Doch laut einer Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) geht nur knapp die Hälfte der Krankenhäuser davon aus, dass die KIS-Hersteller die EPA-Module bis zum Ende des ersten Quartals 2025 liefern können. Selbst dann brauche es Zeit, bis die neue Technik voll funktionsfähig sei, um die gesetzlich geforderten Informationen, Arzt- oder Befundberichte in die EPA übermitteln zu können, so das DKI. Knapp die Hälfte der Krankenhäuser (44 Prozent) schätzt die Dauer des Rollouts auf bis zu drei Monate, die Hälfte der Häuser (50 Prozent) sogar auf drei Monate bis zu einem Jahr.

Lauf der Umfrage stuft sich mehr als die Hälfte der Krankenhäuser als technisch gut (45 Prozent) oder sehr gut (9 Prozent) auf die EPA vorbereitet ein. 34 Prozent der Kliniken sieht sich nur wenig vorbereitet. 12 Prozent gab demnach an, gar nicht vorbereitet zu sein.

Die organisatorischen Herausforderungen der EPA sind für die Kliniken allerdings noch schwieriger zu meistern als die technischen – auch das ergab die Umfrage. Bezogen auf die Strukturen und Abläufe im Krankenhaus sieht sich demnach gut ein Drittel der Krankenhäuser organisatorisch sehr gut (4 Prozent) oder gut (32 Prozent) vorbereitet. Die Hälfte der Krankenhäuser ist nach eigener Angabe hingegen organisatorisch wenig (49 Prozent) oder noch gar nicht (15 Prozent) auf die EPA-Einführung vorbereitet. An der repräsentativen Befragung im Auftrag der DKG beteiligten sich bundesweit 473 Kliniken.

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