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Verschluckt oder verstopft
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Kleinteile im Kleinkind – was tun?

Kleinkinder sind experimentierfreudig und verschlucken schnell eine Murmel oder stecken sich eine Erbse in Ohr oder Nase. Wie Eltern das bemerken, was zu tun ist und welche Gegenstände besonders tückisch sind.
AutorKontaktdpa
Datum 08.05.2025  14:30 Uhr

Verdauung abwarten, nicht beschleunigen

Die von Kindern meist verschluckten Gegenstände, nämlich Geldmünzen, sind in vielen Fällen nicht problematisch. Auch wenn definitiv nur ein Magnet und sonst kein Metall verschluckt wurde, muss dieser keine Beschwerden verursachen. »Die engste Stelle ist zu Beginn der Speiseröhre, dort, wo die Luftröhre abgeht«, sagt Kinderarzt Achenbach. »Was diese Stelle passiert hat, kann theoretisch hinten von allein wieder rauskommen.« Wichtig ist eben nur, die Gewissheit zu haben, dass es sich wirklich um unbedenkliche Gegenstände an unkomplizierten Stellen handelt.

Sollte nach einer entsprechenden Abklärung Abwarten angesagt sein, dauert es meist drei bis fünf Tage, bis der Gegenstand auf natürlichem Weg den Körper verlassen hat, also in der Toilette oder der Windel landet. Unterstützung, etwa mit abführender Ernährung, ist nicht erforderlich. »Früher hat man empfohlen, Sauerkraut zu essen zu geben, das macht man heute nicht mehr«, sagt Posovszky. Eine Wirkung sei nicht erwiesen, vielmehr sei es eher kontraproduktiv und könne je nach Verträglichkeit auch Bauchweh verursachen.

Was, wenn ein Kleinteil in Ohr oder Nase feststeckt?

Steckt etwas im Ohr oder in der Nase des Kindes fest, dürfen Eltern aber erstmal aufatmen. Das ist nämlich – anders als beim Verschlucken von Gegenständen, das lebensgefährlich werden kann – kein Fall fürs Krankenhaus. Hier können in der Regel Kinderarzt oder -ärztin helfen.

»Wir haben unser Werkzeug, mit dem wir Gegenstände unter Sicht herausholen können, die Eltern nicht mehr herausbekommen«, sagt BVKJ-Sprecher Achenbach. In der Nase sei das oft schwieriger als im Ohr, ebenso, wenn im Ohr ein Gegenstand so ausfüllend sei, dass er keine Angriffsfläche biete, er sich also nur schwer packen lässt. In solchen Fällen ist ein Hals-Nasen-Ohrenarzt gefragt.

»Das Lustigste, das ich mal aus einem Ohr entfernt habe, war ein Spickzettel«, erzählt Achenbach. »Der wunderschön zusammengerollt in den Gehörgang passte, aber im Moment, wo er gebraucht wurde, nicht mehr herauskam.«

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