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Protestaktion
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Kassen haben kein Verständnis für Apothekenstreik

Wegen drohender Honorarkürzungen startet am heutigen Mittwoch die geplante Protestaktion der Apotheken im Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg und Brandenburg. Für die Krankenkassen ist der Streik nicht nachvollziehbar. Der GKV-Spitzenverband weist zurück, dass es keine Honorarerhöhung für Apotheken gegeben habe und behauptet, dass mit jeder Preiserhöhung für Medikamente auch die Honorare steigen würden. 
AutorKontaktMelanie Höhn
AutorKontaktdpa
Datum 19.10.2022  10:15 Uhr

Notdienst bleibt gewährleistet

Auch Olaf Behrendt, Vorsitzender des Brandenburger Apothekerverbands, kritisierte das Spargesetz. »Dieser Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Lauterbach ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt«, sagte er. »Die Energiepreise explodieren, die Inflation galoppiert, die Nebenkosten steigen und zehn Jahre keine Honoraranpassung bei den Apotheken.« Diese Kürzung könne dazu führen, dass weitere Apotheken schließen müssten, weil sich das Geschäft nicht mehr lohne, warnte der Stellvertretende Geschäftsführer und Pressesprecher des Apothekerverbands Brandenburg, Mathias Braband-Trabandt. Seit der letzten Honoraranpassung im Jahr 2013 hätten bereits 22 Brandenburger Apotheken geschlossen, davon allein 12 in diesem Jahr. Damit würden für die Patienten gerade in ländlichen Gebieten die Wege zur nächstgelegenen Apotheke länger. Nach Angaben des Verbands gibt es in Brandenburg rund 560 Apotheken. Der Verband rechnet mit einer großen Beteiligung im ganzen Land. »Wir haben dazu Rückmeldungen aus allen Regionen«, so Braband-Trabandt. Der Notdienst bleibt aber gewährleistet.

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