Dass es den Hasenbeständen relativ gut geht, hängt auch mit den Umweltbedingungen zusammen. Die Art profitierte demnach vom milden und trockenen Winter 2024/25 sowie von einem ungewöhnlich trockenen Frühjahr, schreibt der Jagdverband mit Verweis auf den Deutschen Wetterdienst. Der Feldhase gilt als ursprüngliches Steppentier und bevorzugt offene, strukturreiche Landschaften. Wichtig sind etwa Brachen und Blühstreifen, die Nahrung und Deckung bieten. Solche Lebensräume sind laut Jagdverband jedoch seltener geworden: Im Vergleich zu den 1970er-Jahren stehe deutlich weniger geeignete Fläche zur Verfügung. »Vor allem die intensive Landwirtschaft ist für den Feldhasen genau wie für Rebhuhn und Kiebitz ein Problem«, sagt Klaus Hackländer, Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.
Anders als Kaninchen leben Feldhasen das ganze Jahr über oberirdisch. Doch auf intensiv bewirtschafteten Flächen fehlten Versteckmöglichkeiten, in denen Feldhasen Schutz vor Fressfeinden finden, teilt die Stiftung mit. »Würde jeder Landwirt zumindest 7 Prozent seiner Ackerfläche brach liegen lassen, wäre dem Überlebenskünstler schon sehr geholfen«, sagt Hackländer. Dazu seien aber auch finanzielle Förderprogramme für die Landwirte nötig.
Neben dem Lebensraum spielen laut Jagdverband auch andere Faktoren eine Rolle für die Bestände. Dazu zählt etwa der Einfluss von Fressfeinden wie Füchsen oder Waschbären. Projekte in Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten gezeigt: Eine Kombination aus verbessertem Lebensraum und Bejagung räuberischer Arten könne positive Effekte haben. In den Gebieten habe sich die Zahl der Feldhasen innerhalb von drei Jahren bis 2025 verdoppelt. Gleichzeitig nahmen laut Verband auch andere Arten wie das Rebhuhn zu.