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Herbstgrasmilben
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Juckreiz ohne Mückenstich

Im Sommer sind viele kleine Tierchen unterwegs, die stechen oder beißen. Nicht ganz so bekannt wie Mücken oder Zecken sind Herbstgrasmilben, die starken Juckreiz verursachen können.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 31.07.2026  10:45 Uhr

Der Name ist etwas irreführend: Schon in den Sommermonaten sind Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis), auch Erntemilben oder Herbstmilben genannt, aktiv. Sie gehören zur Gattung der Spinnentiere, sie sind also keine Insekten. Sie können etwa auf Wiesen, Parks, Gärten oder anderen Grünflächen vorkommen, wie Alex Christian, ehemaliger wissenschaftlicher Leiter der Sektion Arachnida am Senckenberg-Museum für Naturkunde Görlitz und nun ehrenamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärt.

Als Larven sind Herbstgrasmilben parasitisch, das heißt, sie suchen nach einem geeigneten Wirt. Das seien vor allem kleinere Säugetiere, könnten aber auch Menschen sein, so der Zoologe. Auf diese gehen sie über und beißen sie. Wenn sie fertig sind, lassen sie demnach vom Wirt los und gelangen wieder zurück auf die Erdoberfläche, um sich zum nächsten Stadium zu entwickeln. Als sogenannte Nymphen seien sie dann nicht mehr parasitisch, erläutert der Experte. Das heißt, für den Menschen treten sie dann nicht mehr in Erscheinung.

Wie äußern sich Herbstgrasmilben-Bisse?

Anders als Mücken oder Zecken haben die Herbstgrasmilben kein Stechorgan. Stattdessen haken sie sich laut Christian mit ihren Mundwerkzeugen an der Haut fest und saugen daran. Dabei geben sie eine bestimmte Flüssigkeit ab, wodurch sie die oberste Hautschicht auflösen. Diese Substanzen wirken so, dass der Wirt (also entweder Mensch oder Tier) nichts von der Milbe spürt, während sie auf der Haut sitzt. »Erst wenn die weg sind und diese Substanzen fehlen, dann juckt es, und zwar ganz, ganz grauslich«, so Christian.

Erkennbar sind die Stellen durch rötliche Quaddeln. Laut einer Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzt der Juckreiz meist 12 bis 24 Stunden nach dem Biss ein und kann bis zu zwei Wochen anhalten. Häufig betroffene Stellen sind demnach Bereiche mit dünner, oft feuchter Haut wie Füße, Knöchel, Kniekehlen, Taille oder Achseln.

»Herbstgrasmilben übertragen keine Krankheiten wie Zecken, aber der Juckreiz ist oft extrem unangenehm«, sagte die Sprecherin des DRK. Die betroffenen Stellen sollten nicht aufgekratzt werden, da sie sich dadurch entzünden könnten. So empfiehlt das DRK, den Juckreiz etwa durch kühlende Umschläge, Antihistaminika-Gele oder Cortison-haltige Cremes aus der Apotheke zu lindern. Antihistaminika können auch in oraler Form eingenommen werden. Wenn sich der Juckreiz länger als zwei Wochen hält oder verschlimmert oder es Anzeichen für eine allergische Reaktion wie große Bläschen oder Atemnot gibt, sollte man sich ärztlichen Rat einholen.

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