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Apotheke im Krisenfall
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»Jede Vorbereitung ist besser als keine«

Naturkatastrophen, Stromausfälle, Cyberattacken – wie können sich Apotheken auf solche Krisen vorbereiten? Bei »PZ Nachgefragt« auf der Expopharm teilten Apothekerinnen und Apotheker ihre Erfahrungen und gaben wertvolle Ratschläge.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 14.10.2024  07:00 Uhr

Eigeninitiative ist gefragt

Dass es rasch Hilfe vor Ort gibt, ist aber nicht selbstverständlich, betonte Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke Internationale Apotheke Dr. Fehske in Hagen, die auch schon einmal akut Hochwasser gefährdet war.

Fehske betonte, wie wichtig es sei, sich eigenverantwortlich auf Krisenfälle vorzubereiten. Welche Szenarien realistisch seien, müsse man individuell überlegen. Und: Jede Vorbereitung sei besser als keine. »Es wird nicht auf wundersame Weise jemand kommen, der Sandsäcke auslegt oder ein Notstromaggregat vorbeibringt«, verbildlichte der Apotheker. Er selbst habe ein Notstromaggregat für seine Apotheke beschafft und dafür viel Zeit und Geld investiert. Zudem hat er externe Datenbackups eingerichtet, um sich vor Cyberattacken zu schützen.

Fehske kritisierte, dass die Politik solche Investitionen nicht fördere. »Wir wissen, wie wichtig Apotheken in Krisen sind – aber das Bundesgesundheitsministerium meint, dass die Versandapotheken die Versorgung leisten könnten. Diese Schizophrenie auszuhalten, ist nicht einfach.«

Netzwerken und Versicherungen überprüfen

Apotheker Sven Seißelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Notfall- und Katastrophenpharmazie (AG KatPharm) der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), sprach sich dafür aus, dass Apothekerkammern eine stärkere Präsenz in regionalen Katastrophenschutz-Netzwerken zeigen. Katastrophenschutz sei Landes- und nicht Bundessache. »Man kann eine Katastrophe nicht vollends ausschließen oder sich darauf einstellen, man kann sich aber bestmöglich darauf vorbereiten.« Sei die Katastrophe bereits eingetreten, befinde man sich in einem Ausnahmezustand. Wichtige Überlegungen sollten deshalb bereits vorher getroffen werden.

Dazu gehört auch, seine Versicherungen genau zu überprüfen. »Es ist wirklich wichtig, sich gut gegen Elementarschäden zu versichern«, weiß Reeves. Was ist in der Police abgedeckt, was nicht? Der Teufel steckt hier im Detail. Beispielsweise komme es bei Wasserschäden darauf an, ob das Wasser von unten (wie bei Hochwasser) oder von oben (wie bei Starkregen) komme. »Auch eine Ausfallversicherung ist sehr wichtig«, betonte die Apothekerin abschließend.

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