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Hauptstadtkongress
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Innovationsförderung oder Kostendämpfung bei Arzneimitteln?

Der Hauptstadtkongress für Medizin und Gesundheit geht in Berlin weiter. Beim Panel »Fairer Zugang zu Arzneimittelinnovationen« wurde gestern unter anderem die Frage diskutiert: Wie teuer darf Innovation sein? Und müssen wir zwischen Innovation und günstigen Arzneimitteln wählen?
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 27.06.2025  13:00 Uhr
Von Wildenradt: »Es braucht Wertschätzung für Innovation«

Von Wildenradt: »Es braucht Wertschätzung für Innovation«

Melanie von Wildenradt vom Pharmaunternehmen Pfizer verteidigte die Preise für innovative Arzneimittel. »Hinter all diesen Kosten stehen Arzneimittel, die den Menschen und den Krankenkassen helfen«, da weniger Menschen an schweren Krankheiten wie Krebs sterben. Auch die Therapien bräuchten weniger Therapiezyklen. »Es braucht Wertschätzung für Innovation«, sagte sie und fügte hinzu: »Wir sollen mehr in Richtung Verhandlungslösungen kommen.«  

Als Lösung schlug sie vor, dass Arzneimittel weniger Mehrwertsteuer zahlen sollten. Denn Deutschland habe, mit einer Ausnahme von Bulgarien und Dänemark, steigende Mehrwertsteuer auf Arzneimittel, während sie in anderen Ländern sinke. »Das würde Patienten und Krankenkassen entlasten.«

»Pay for Performance können wir auch in dieses System einquetschen«, sagte von Wildenradt, fügte aber hinzu, dass es Sinn mache, dies gesetzlich zu verankern und mehrere Modelle zu entwickeln. »Wir brauchen Flexibilität.«

Robert Welte vom forschungsbasierten biopharmazeutischen Unternehmen Gilead Sciences nannte das Finanzierungsstabilisierungsgesetz eine Katastrophe für die Industrie. »Die Rahmenbedingungen sind kaputtgegangen«, sagte er und fügte hinzu: »Die Spielregeln müssen wieder klarer werden.«

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sagte: »Wir können gute innovative Forderungen bekommen, wenn wir uns darauf einigen, dass sich die Spielregeln für eine Weile nicht ändern.«

Auch andere Politikerinnen und Politiker waren beim Hauptstadtkongress für Medizin und Gesundheit anwesend, darunter die Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und Simone Borchardt (CDU).

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