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Infos über ADHS bei TikTok häufig fehlerhaft

Immer mehr Menschen vermuten, ADHS zu haben. Wie beeinflussen TikTok-Videos diesen Trend? Und wie zuverlässig sind die Informationen, die dort verbreitet werden?
AutorKontaktdpa
Datum 20.03.2025  14:45 Uhr

Verniedlichende Darstellung

»Auf TikTok werden ADHS-Betroffene oft als quirlig, liebenswert und fast schon unterhaltsam dargestellt – eine »süße Störung«, die in kurzen, humorvollen Clips inszeniert wird«, so Karsay. Viele Inhalte zeigten Alltagssituationen und setzten auf unterhaltsame Narrative. »Dadurch entsteht ein positives, manchmal auch verharmlosendes, romantisierendes Bild der Erkrankung.«

Positiv sei, dass junge Erwachsene die Inhalte offenbar durchaus kritisch reflektieren und von Experten als schlecht eingestufte Videos im Mittel ebenfalls schlechter bewerten, sagte die Kommunikationswissenschaftlerin Paula Stehr von der Universität Augsburg, die ebenfalls nicht an der Studie beteiligt war. Besorgniserregend sei, dass so oft falsche Symptome angegeben werden und es kaum Hinweise zum Umgang mit ADHS gibt.

»Um den hohen Informationsbedarf von Betroffenen zu decken, müssen fundierte Inhalte leicht zugänglich sein«, so Stehr. Auf Plattformen wie TikTok seien mehr Beiträge von Fachleuten wünschenswert. »So können die Informationen dort verfügbar gemacht werden, wo sich die jungen Erwachsenen in ihrem Mediennutzungsalltag aufhalten.« Momentan seien für Informationen vor allem geprüfte Plattformen wie www.gesundheitsinformation.de zu empfehlen.

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