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Kartellamt untersagt Mehrheitserwerb

24.09.2001
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SANACORP

Kartellamt untersagt Mehrheitserwerb

dpa/PZ  Das Bundeskartellamt hat einem weiteren Konzentrationsprozess im deutschen Pharmagroßhandel einen Riegel vorgeschoben. Dem geplanten Mehrheitserwerb der Pharmagroßhandlungen Sanacorp AG und Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) verweigerte die Wettbewerbsbehörde am  21. Juni in Bonn die Zustimmung. 

Der Zusammenschluss führe zu marktbeherrschenden Stellungen in drei Regionen, begründete das Amt seine Entscheidung. Auf bestimmten Märkten des Pharmagroßhandels in Süddeutschland und Mecklenburg-Vorpommern würde es zu marktbeherrschenden Stellungen kommen, erläuterte Kartellamts-Präsident Ulf Böge. 

Der deutsche Pharmagroßhandel habe bereits heute eine sehr enge Marktstruktur mit nur vier national, beziehungsweise überregional tätigen Unternehmen. "Mit dem Zusammenschluss des dritt- und viertgrößten Pharmagroßhändlers zum Marktführer in Deutschland hätte sich der Konzentrationsgrad auch auf nationaler Ebene weiter erhöht", so Böge.

Die PZ fragte beim Generalbevollmächtigten der Sanacorp, Christoph Kayenburg, nach. Da der Vorstand die Begründung des Kartellamts nicht nachvollziehen kann, soll nach Prüfung der Entscheidungsgründe im Gespräch mit den Unternehmensanwälten das weitere Vorgehen diskutiert werden. Erwogen wird jedenfalls eine Beschwerde beim zuständigen Oberlandesgericht in Düsseldorf. Mit anderen Worten: Es kann zu einer Klage gegen die Entscheidung der obersten Kartellbehörde kommen. Top

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