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Aussteller-Run und OTC-Kongress

06.09.2004
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Expopharm 2004

Aussteller-Run und OTC-Kongress

von Thomas Bellartz, Berlin

Nur noch drei Wochen bis zur Eröffnung: Die Expopharm, Europas größte pharmazeutische Fachmesse, findet in diesem Jahr vom 30. September bis 3. Oktober auf dem Messegelände in München statt. Mit dem erstmals parallel durchgeführten Selbstmedikationskongress wird der Schwerpunkt OTC betont.

Mehr als 420 Aussteller aus 19 Ländern präsentieren auf einer Fläche von mehr als 20.000 Quadratmetern exklusive Neuheiten. Die Expopharm deckt ein breites Spektrum rund um die Apotheke und das Thema Arzneimittel ab. Natürlich stehen neben dem OTC-Segment viele andere Bereiche im Fokus der in- und ausländischen Besucher. Dazu zählen pharmazeutische Dienstleistungen, Kosmetik, Homöopathie, aber auch Pädiatrie und Nahrungsergänzung.

Sowohl für die Aussteller als auch für die Besucher ist die Expopharm nach wie vor die bedeutendste pharmazeutische Fachmesse. Dies hatte bereits die Kölner Rekord-Messe im vergangenen Jahr bestätigt. Der Trend setzt sich angesichts einer anhaltenden öffentlichen Diskussion über Arzneimittelausgaben und die Zukunft der Apotheke fort. Expopharm-Geschäftsführer Gregor Ulrich glaubt, dass die Messe für viele Apotheken richtungsweisend ist: „Das Jahr 2004 ist geprägt von zahlreichen Veränderungen in der Pharma- und Apothekenlandschaft. Wer die Expopharm als größte europäische Pharma-Fachmesse versäumt, verpasst die bedeutendste Kontaktbörse des Jahres.“

Bei der Werbe- und Vertriebsgesellschaft in Eschborn hat man in den vergangenen Monaten kräftig die Werbetrommel gerührt. Der Erfolg hat sich in den vergangenen Wochen eingestellt: Mit mehr als 420 Ausstellern liegt die Expopharm 2004 deutlich über der sehr erfolgreichen Kölner Messe des Vorjahres. Und auch bei den Besucherzahlen erwartet man in Eschborn, dass die 20.000er-Marke genommen wird. Ulrich: „Vielleicht erleben wir eine ähnliche Überraschung wie seinerzeit in Köln, als wir vom enormen Besucherzuspruch beinahe überrollt wurden.“

Ulrich hat in den letzten Monaten gezielt an der Penetration des Leistungsangebots der Expopharm gearbeitet und dabei auch auf einen Ausbau der Kommunikation gesetzt. Ein regelmäßiger Newsletter und eine verstärkte Kommunikation der Expopharm-Angebote gegenüber Medien zeigt Erfolge. In den nächsten Monaten soll das Internetangebot ausgebaut und gleichzeitig aufgefrischt werden, um Informationen schneller für potenzielle Aussteller und Besucher bereitstellen zu können. Viele Informationen sind heute schon unter www.expopharm.de abrufbar. Dort kann auch der kostenlose Newsletter abonniert werden.

Kongress „OTC pro Apotheke“

Die Selbstmedikation hat sich spätestens mit der jüngsten Gesundheitsreform zu einem der bedeutendsten Themen für die etwa 21 300 deutschen Apotheken und deren Kunden entwickelt. Die Branche sucht Antworten auf essenzielle Fragen: Wie können trotz der Ausgrenzung verschreibungsfreier Medikamente Umsatzeinbrüche beim OTC-Sortiment vermieden werden? Wie lassen sich Kunden auch in Konkurrenz mit Niedrigpreisanbietern und Versandhändlern binden? Wie sollen Apothekenleiter und -mitarbeiter mit den neuen Vermarktungs- und Kundenbindungskonzepten der Hersteller umgehen?

Erstmals parallel zur Expopharm die wie immer festlich am 30. September bereits um 9 Uhr vom Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Hermann S. Keller, eröffnet wird, findet der Selbstmedikations-Kongress „OTC pro Apotheke“ statt. Veranstalter sind am 1. und 2. Oktober der DAV, der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Die hochkarätige Besetzung der Veranstaltung verspricht nicht nur aus Sicht der Veranstalter einen spannenden Austausch zum Thema Selbstmedikation.

Einen Überblick über die aktuelle Lage gibt der DAV-Vorsitzende selbst, bevor Jürgen Petersen, OTC-Spezialist bei IMS Health, anhand aktueller Marktanalysen die Strukturveränderungen in der Arzneimittellandschaft erläutert. Petersen wird zudem auf erfolgreiche Strategien im Selbstmedikationsmarkt eingehen.

Marken-Experte Dr. Klaus Kluthe beschäftigt sich mit der besonderen Rolle von Markenprodukten für das OTC-Geschäft in der Apotheke. Das Erfolgskonzept der Kundenorientierung in der Selbstmedikation erläutert Ottmar L. Mergel von der OTC Top Consulting. Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, wird die Bedeutung der Selbstmedikation für die Hausapotheken betonen. Durch das Programm führt die gesundheitspolitische Journalistin Annette I. Welcker.

Der Selbstmedikations-Kongress „OTC pro Apotheke“ findet am 1. Oktober 2004 (Wiederholungsveranstaltung am 2. Oktober 2004) während der Expopharm in der Halle A2 im Kongressbereich statt. Die Teilnehmerkarte kostet 75 Euro (inklusive Mehrwertsteuer). Informationen unter www.selbstmedikations-kongress.de.

Patienten in Messe integriert

Der Patient steht im Mittelpunkt – auch auf Europas größter pharmazeutischer Fachmesse. Ziel des bedeutenden Branchentreffs ist es nämlich auch, die pharmazeutische Betreuung der Patienten in der Apotheke zu optimieren. Die zahlreichen exklusiv auf der Expopharm vorgestellten Innovationen und Geschäftslösungen aus dem OTC-Segment, bei pharmazeutischen Dienstleistungen, Kosmetik und Homöopathie, aber auch Pädiatrie und Nahrungsergänzung, dienen vor allem der besseren und effizienteren Betreuung der Patienten. Die Expopharm wird damit in einer Zeit bedeutender gesundheitspolitischer Umbrüche der wachsenden Verantwortung der Apotheken für ihre Patienten gerecht.

Aber auch die Patienten selbst kommen auf der Expopharm zu Wort: Das spezielle Angebot eines kostenfreien Messestandes nehmen auch in diesem Jahr etwa 20 Selbsthilfegruppen in Anspruch. Am Samstag, dem 2. Oktober, diskutieren Patienten und Experten im „Selbsthilfeforum 2004“ des DAV – Deutscher Apothekerverband über die Versorgung chronisch kranker Menschen unter den Bedingungen der aktuellen Gesundheitsreform (14 bis 15.30 Uhr, Halle A2, Stand E-15).

Expopharm-Chef Ulrich glaubt an den Erfolg des integrativen Konzepts: „Wir denken, es ist sinnvoll, diesen Raum gezielt zur Verfügung zu stellen. Damit bieten wir Selbsthilfegruppen und Apotheken eine Plattform, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Seit einigen Jahren hat sich diese Form der Kommunikation bewährt; das bestätigt auch die Resonanz der Gruppen. Top

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