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6462 Unternehmen beteiligt

30.07.2001  00:00 Uhr
ZWANGSARBEITER-ENTSCHÄDIGUNG

6462 Unternehmen beteiligt

von Erdmuthe Arnold, Eschborn

Die für die ehemaligen NS-Zwangsarbeiter geschaffene Stiftungsinitiative "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" der deutschen Wirtschaft kann auf einen ansehnlichen Erfolg verweisen: 6462 Unternehmen sind jetzt Mitglied. Pressesprecher Wolfgang Gibowski sagte jetzt in Berlin: "Aus allen Bereichen kommen nach wie vor weitere Firmen dazu".

Insbesondere bezogen auf das Transaktionsvolumen (Umsatz, Bilanzsumme und Prämien) der deutschen Volkswirtschaft kann sich diese Zahl nach den Worten des Pressesprechers sehen lassen: Das produzierende Gewerbe ist zu rund 70 Prozent an der Aufbringung der zugesagten 5 Milliarden DM beteiligt. Die Versicherungswirtschaft ist mit nahezu 100 Prozent der Stiftungsinitiative beigetreten und das Kreditgewerbe zu gut 90 Prozent. "Das Dienstleistungsgewerbe und der Handel ist mit einem geschätzten Anteil von 60 Prozent vertreten", sagte Gibowski.

Mit Ausnahme von drei deutschen Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne sollen von den 100 umsatzstärksten Industrieunternehmen alle der Stiftungsinitiative beigetreten sein. Sie tragen laut Gibowski knapp 50 Prozent des Stiftungsvolumens. Weitere 10 Prozent der aufgebrachten Beitragssumme kommen von der Versicherungswirtschaft und rund 18 Prozent von der Kreditwirtschaft. Den verbleibenden Rest von 20 Prozent teilen sich der Handel und die Dienstleistungsunternehmen.

Ein Blättern in der Mitgliederliste (www.stiftungsinitiative.de) macht deutlich, dass sich zu den in PZ 48/01, Seite 82/83, genannten Apotheken und Pharmaunternehmen eine Vielzahl hinzugesellt hat. Der Pharmagroßhandel ist, bis auf einige private, sich anderweitig gemeinnützig und sozial engagierende Firmen, in toto dabei. Allen voran die großen: Phoenix (über seine Vermögensgesellschaften Hageda, F. Schulze und F. Reichelt), Gehe (über die Konzernmutter Haniel), Anzag, Sanacorp, Noweda, Richard Holdermann, v. d. Linde und Max Jenne.

Seitens der Stiftungsinitiative wurde jetzt nochmals betont, dass Rechtssicherheit durch die bereits gefällten Gerichtsentscheidungen ausreichend gegeben ist, auch wenn es zu weiteren Klagen kommen sollte.

Zu hoffen ist nun auf eine zügige Auszahlung an die ehemaligen Zwangsarbeiter des Nazi-Regimes, die mittlerweile alle hochbetagt sind und auf diese kleine Geste der Versöhnung schon viel zu lange warten mussten. Top

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