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Umsatz tschechischer Apotheken steigt

14.06.2004  00:00 Uhr

Umsatz tschechischer Apotheken steigt

von Patrick Hollstein, Berlin

Die tschechischen Apotheken haben im vergangenen Jahr ihren Umsatz im Durchschnitt um 4 Prozent gegenüber 2002 steigern können. Trotz rückläufiger Verordnungszahlen mussten insbesondere die Krankenkassen mehr Geld für die Arzneimittelversorgung ihrer Versicherten ausgeben.

Insgesamt 53 Milliarden Kronen, das sind 1,7 Milliarden Euro, wurden im vergangenen Jahr in Tschechiens Apotheken umgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Instituts für Information und Statistik im Gesundheitswesen, an der 97 Prozent der 2236 Apotheken und Arzneimittelabgabestellen teilgenommen haben.

62 Prozent der Kosten für Arznei- und Hilfsmittel rechneten die Apotheken zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ab. Obwohl die Anzahl der Verordnungen im vergangenen Jahr um 3 Prozent zurückgegangen ist und pro Apotheke bei etwa 44 500 Stück lag, sind die Ausgaben der Kassen allein im Pharmabereich um etwa 9 Prozent gestiegen.

Weitere 18 Prozent der Apothekenumsätze machten jeweils die Selbstmedikation und die Zuzahlungen der Patienten sowie die Belieferung von Gesundheitsanstalten aus. Der durchschnittliche Gesamtumsatz pro Apotheke war 2003 mit 765 300 Euro um 4 Prozent höher als im Vorjahr.

Hohe Apothekendichte in Prag

Im Durchschnitt kommen in Tschechien 4700 Einwohner auf eine Apotheke. Mit 3925 Einwohnern pro Abgabestelle herrscht in Prag die höchste Apothekendichte. Dennoch machten die Apotheken der Hauptstadt überdurchschnittlich hohe Umsätze. Denn einerseits lag die Anzahl der Rezepte pro Kopf über dem Durchschnitt von 9,25. Andererseits wurden häufiger als in anderen Bezirken teure Medikamente verordnet. Der Wert pro Rezept lag in Prag bei 507 Kronen beziehungsweise 16 Euro gegenüber dem Durchschnitt von 350 Kronen beziehungsweise 11 Euro. Die Zuzahlung für den Patienten betrug pro Rezept 1,34 Euro; insgesamt wurden die Versicherten im Lauf des Jahres mit durchschnittlich 13 Euro belastet. In Prag lag der Wert mit etwa 20 Euro abermals höher.

Rein rechnerisch gab jeder Tscheche im vergangenen Jahr 17,50 Euro für die Selbstmedikation aus. In der Hauptstadt sowie im touristischen Karlsbad lagen die OTC-Ausgaben pro Einwohner mit 29 beziehungsweise 23 Euro höher.

Im vergangenen Jahr waren etwa 15 000 Personen in den tschechischen Apotheken beschäftigt, davon 5570 als Apotheker sowie 4750 als pharmazeutische Assistenten. Pro Apotheke arbeiteten in Tschechien etwa 7 Personen.

Kassen mit Defiziten

Die Einnahmen der neun tschechischen Krankenkassen, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam finanziert werden, betrugen laut dem Tschechischen Statistikamt im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden Euro. Dem standen Ausgaben von etwa 4,9 Milliarden Euro gegenüber. Etwa 530 Millionen Euro musste die Staatskasse daher im vergangenen Jahr zuzahlen.

Mit 25 Prozent stellte der Arzneimittelmarkt nach dem Krankenhaussektor die zweitgrößte Position bei den Gesundheitsausgaben der Kassen dar. Das Wachstum der Arzneimittelausgaben der Krankenversicherungen schätzte das Statistikamt auf fast 9 Prozent. /

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