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Langzeitschutz hat seinen Preis

13.06.2005
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Versicherungen

Langzeitschutz hat seinen Preis

PZ  Egal, ob Aupair, Austauschstudent oder reisefreudiger Senior: Auf den Schutz einer Auslandskrankenversicherung sollten Urlauber und Reisende nie verzichten.

Der Langzeitschutz hat seinen Preis, doch der Vergleich lohnt sich. Für die Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest hat die Stiftung Warentest weltweit gültige Auslandsreise-Krankenversicherungen für Reisen von 90 Tagen und einem Jahr verglichen.

Ohne eine Auslandsreise-Krankenversicherung können Arztbehandlungen im Ausland schnell das Reisebudget übersteigen. Ihr Schutz gewährleistet die Übernahme ambulanter und stationärer Behandlungen sowie den Transport zum nächsten Krankenhaus oder Notarzt. Reiseversicherungen gelten meist für mehrere Reisen bis zu insgesamt 42 Tagen. Wer länger im Ausland bleibt, braucht einen Vertrag für eine Einzelreise. Der Vergleich zeigt große Preisunterschiede.

Während Rentner ab 70 Jahren für 90 Tage bei der Württembergischen nur 125 Euro zahlen, verlangt die LKH in dieser Altersklasse bereits 405 Euro mit Selbstbehalt. Reisende unter 69 Jahren versichern sich mit 77 Euro bei der Concordia am günstigsten. Für Reisen von einem Jahr bietet die Würzburger mit 347 Euro für alle unter 69 Jahren die preiswerteste Absicherung. Bei ähnlichem Leistungsumfang kostet die Süddeutsche bereits 810 Euro. Bei chronisch Kranken übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung Behandlungskosten im Ausland, wenn diese mit der chronischen Krankheit zusammenhängen. Trotzdem empfiehlt sich auch hier der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung, denn alle anderen Erkrankungen sind dadurch nicht abgedeckt.

Nicht unversichert ins Ausland

»Keine Auslandsreise ohne Auslandsreise-Krankenversicherung«, mahnt das Centrum für Reisemedizin (CRM), Düsseldorf, aus Anlass der anstehenden Sommerferienzeit alle, die eine Auslandsreise geplant haben.

Denn auch im Urlaub blieben viele Menschen von Krankheit oder Unfällen nicht verschont. »Wir gehen davon aus, dass etwa 3,6 Millionen Touristen aus Deutschland jedes Jahr im Ausland krank werden und einen Arzt aufsuchen und etwa 230.000 stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen«, sagt Dr. Thomas Küpper vom CRM. In vielen Fällen sind diese Behandlungskosten privat zu bezahlen.

Theoretisch haben zwar alle, die in Deutschland Mitglied einer Krankenkasse sind, auch Anspruch auf die Leistungen der Gesundheitssysteme in vielen Ländern, beispielsweise in allen EU-Staaten. »Praktisch sieht es jedoch oft so aus, dass diese Regelungen aus verschiedenen Gründen nicht funktionieren. Daher ist auch bei Bestehen eines Sozialabkommens mit dem Reiseland eine zusätzliche private Vorsorge in jedem Falle sinnvoll«, erläutert Dr. Küpper.

Ruinöser Rücktransport

Ganz problematisch und möglicherweise sogar finanziell ruinös wird es ohne private Auslandsreisekrankenversicherung, wenn ein Rücktransport im Rettungsflieger notwendig wird. Denn dann können höhere fünfstellige Summen anfallen. Im Gegensatz dazu sind die Preise für den Versicherungsschutz vernachlässigbar. Allerdings bietet nicht jedes Versicherungsangebot die eigentlich erforderlichen Leistungen. Hier hilft ein Blick ins Kleingedruckte und dort sollte der Rücktransport sowie auch die Suche und Rettung genannt werden. Vor allem Reisende, die auch gerne abseits der touristischen Pfade unterwegs sind, für Familien mit Kindern, für ältere Menschen und chronisch Kranke können diese Absicherungen wichtig werden. Top

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