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Medizinprodukte: Firmen wenig euphorisch

19.05.1997
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-Wirtschaft & Handel

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Medizinprodukte: Firmen wenig euphorisch

  Die im Bundesfachverband Medizinprodukteindustrie (BVMed), Wiesbaden, zusammengeschlossenen Unternehmen erzielten 1996 in den Bereichen medizinische Produkte zur Intensiv- und Krankenversorgung, medizinische Implantate, Produkte zur Inkontinenz- und Stomaversorgung, OP-Materialien, Verbandmittel und medizinisch-technische Erzeugnisse einen Gesamtumsatz von 5,5 Milliarden DM. Das sind 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 17 Prozent wurden im Export erzielt, das sind 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Inlandsumsätze nahmen dagegen nur um 3,6 Prozent zu, wie der Geschäftsführer des BVMed, Joachim M. Schmidt, mitteilt.

Beklagt wird vom Verband eine weitere Verschärfung der Preissituation aufgrund der gesellschaftspolitischen Willenserklärung zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen. In vielen Produktbereichen sei die Entwicklung der Herstellerabgabepreise sogar rückläufig gewesen. Das Umsatzergebnis entspreche somit im wesentlichen den Mengensteigerungen. Zugleich hätten die gestiegenen Kosten bei vielen Unternehmen zu einer Schmälerung der Ertragslage geführt.

"Das Stimmungsbild in der Medizinprodukteindustrie", so Schmitt, "ist stark getrübt." Die Standortprobleme in Deutschland bestehen nach wie vor. Inländische Arbeitsplätze werden weiterhin abgebaut. Teile der Produktion werden in kostengünstigere Drittländer verlagert. Neue Unternehmensgründungen finden so gut wie nicht statt. Die Prognosen für das laufende Jahr lassen keine Euphorie aufkommen.

Artikel von der PZ-Redaktion
   

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