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Generikahersteller verzichten auf Preiserhöhungen

24.01.2005  00:00 Uhr

Generikahersteller verzichten auf Preiserhöhungen

von Thomas Bellartz, Berlin

Während sich die forschende Großindustrie beim Kanzler müht, haben einige Generikahersteller geschickt das Lob der Gesundheitsministerin eingefahren.

Nach einer Mitteilung des Branchenverbandes Pro Generika haben sich Mitgliedsunternehmen freiwillig verpflichtet, das zum Ende des Jahres 2004 abgelaufene gesetzliche Preismoratorium bis zum 31. Dezember 2005 zu verlängern.

Wie die Unternehmen unabhängig voneinander mitteilten, werden die Preise für verschreibungspflichtige Generika nicht erhöht. Teilweise könnten sie möglicherweise sogar gesenkt werden.

Diese freiwillige Selbstverpflichtung von Generika-Herstellern gelte auch für diejenigen Präparate, die in der Festbetragsgruppe der Stufe 2, den so genannten Jumbogruppen, eingeordnet sind. Hier werden patentfreie und patentgeschützte Arzneimittel zusammengefasst. Den hier auf Grund des höheren Festbetrags möglichen Preiserhöhungs-spielraum würden die Generika-Hersteller nicht ausnutzen. „Wir nehmen unsere gesundheitspolitische Verantwortung ernst und wollen nicht, dass durch Preiserhöhungen für Medikamente Sparerfolge der Gesundheitsreform wieder zunichte gemacht werden“, erklärte die Pro Generika-Vorsitzende Dagmar Siebert. Sie verwies darauf, dass den Unternehmen, die sich zur freiwilligen Selbstverpflichtung entschlossen haben, die Entscheidung nicht leicht gefallen ist. Steigende Energiekosten, höhere Ausgaben für Arzneimittelzulassung und -herstellung belasten nach ihren Angaben auch die Generikaindustrie. Die strategische Komponente hinter der Ankündigung macht Siebert in einem weiteren Statement deutlich: „Angesichts von Preiserhöhungen anderer Hersteller ist es jetzt für das Gesundheitswesen noch wichtiger, mit Generika zu sparen.“

Durch Verordnung von Generika hätten die gesetzlichen Krankenkassen 2003 rund 3,4 Milliarden Euro gespart. Wäre 2003 in der Arzneimitteltherapie dort, wo es möglich ist, konsequent auf die qualitativ gleichwertige aber preisgünstigere generische Alternative umgestellt worden, hätten weitere 1,45 Milliarden Euro eingespart werden können. Da bis Ende 2005 Arzneimittel mit einem derzeitigen Umsatzvolumen von etwa 1,5 Milliarden Euro patentfrei geworden sind beziehungsweise werden, könnten zusätzliche Sparerfolge erzielt werden. Ulla Schmidt reagierte prompt auf die Ankündigung der Unternehmen und lobte deren Engagement. Kurz darauf fuhr sie ins Kanzleramt zum Gespräch mit den Vertretern der forschenden Großindustrie - die jüngste Ankündigung der Generikahersteller im Gepäck. Top

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