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Der deutsche Standort ist wichtig

29.10.2001
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ROCHE

Der deutsche Standort ist wichtig

von Erdmuthe Arnold, Frankfurt am Main

Mit einem Umsatz von gut 2,5 Milliarden Euro und 12.100 Mitarbeitern zählt die Roche Deutschland Holding GmbH (RDH) in Grenzach-Wyhlen zusammen mit dem amerikanischen Tochterunternehmen zu den bedeutendsten Länderorganisationen des Schweizer Roche Konzerns. Er investiert dieses Jahr 250 Millionen Euro an den vier deutschen Standorten.

Zusammen mit dem Konzernchef, Dr. Franz B. Humer, berichteten der deutsche Vorstandsvorsitzende Dr. Karl H. Schlingensief (zugleich Leiter des Pharmabereichs) und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH, Dr. Jürgen Schwiezer, bei der jährlich stattfindenden Roche-Pressekonferenz über den positiven Geschäftsverlauf im laufenden Geschäftsjahr.

Im Konzern wird nach einem Umsatzanstieg von weltweit 6 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 8 Prozent und ein Betriebsergebnis mindestens in Vorjahreshöhe erwartet. Am stärksten soll dazu der Geschäftsbereich Diagnostics beitragen.

Als erfreulich wurde das deutsche Pharmageschäft bezeichnet. Hier nahmen die Umsätze dank gezielter Investitionen in die Schlüsselprodukte um 10,3 Prozent auf 433,5 Millionen Euro zu. Dazu trugen Neueinführungen in der Onkologie und Herz-Kreislauf-Präparate wesentlich bei.

Mit Sorge betrachtet Roche allerdings die jetzigen Überlegungen zur Gesundheitsreform. Da diese, wie Schlingensief ausführte, nicht die Wurzel des Ausgabenanstiegs im Gesundheitswesen anpackten, sondern sich einseitig auf den Arzneimittelsektor konzentrierten. Dies treffe gerade forschende Unternehmen. "Ausgabensteigerungen im Arzneimittelbereich", so der Leiter des Pharmageschäfts, "sind zum großen Teil Kompensationen einer durch Budgetzwänge entstandenen Unterversorgung an innovativen Arzneimitteln". Erzwungene Preissenkungen seien keine adäquaten Mittel für eine sinnvolle Ausgabensteuerung. Seiner Ansicht nach zielt die Verlagerung der Präparateauswahl bei wirkstoffgleichen Arzneimitteln nicht primär "auf die Nutzung des im übrigen unbezweifelten Sachverstandes unserer Apotheker. Sie kommt vielmehr einem ausschließlich auf den Preis bezogenen Abgabediktat gleich", befürchtet Schlingensief. Dabei spielten offenbar Qualität, Arzneimittelsicherheit und Haftungsfragen keine Rolle mehr. Die geplanten Eingriffe würden rund 20 Prozent des GKV-Umsatzes der forschenden Pharmaindustrie ausmachen. Ein solches Paket wäre ohne strukturelle Maßnahmen nicht zu kompensieren.

Doppelt so stark wie der Markt stieg das Diagnostikageschäft von Roche in den ersten neun Monaten 2001 um 11 Prozent auf 427 Millionen Euro. Roche hält nach Aussage von Schwiezer ein Drittel des deutschen In-vitro-Diagnostika-Marktes, gefolgt von Abbott und Bayer mit je 11 Prozent. Führend sei Roche in allen Geschäftsbereichen, so auch im patientenorientierten und größten Geschäftsfeld Diabetes Care. Besonders erfolgreich waren hier die Verkäufe des größten Umsatzträgers, das neue Blutzucker-Messsystem Accu-Chek.Top

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