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Medical-Sparte trägt die ersten Früchte

27.08.2001
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BEIERSDORF

Medical-Sparte trägt die ersten Früchte

von Elke Hinkelbein, Frankfurt am Main

Die Stimmung beim Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf ist gut. Nach der Neustrukturierung der Medical-Sparte Anfang April 2001 "trägt sie jetzt bereits erste Früchte", sagte Vorstandsmitglied Thomas-Bernd Quaas auf der Jahrespressekonferenz am 22. August in Frankfurt.

Beiersdorf wird sich künftig vor allem auf profilierte Marken wie Eucerin, Hansaplast, Futuro und Hidrofugal konzentrieren. Hier wurde im ersten Halbjahr ein Plus von 11 Prozent erzielt. Futuro ragt als "Wachstumskönig" mit einem Zuwachs von 22 Prozent sowohl in Europa als auch im Stammland USA hervor. Insgesamt ist ein Wachstumsanstieg auf dem Markt der medizinischen Stützbandagen (Futuro und Tricodur) zu verzeichnen. Im letzten Jahr lag der Zuwachs bei etwa 20 Prozent (inklusive der verordneten Bandagen). Ebenfalls stark präsentierte sich die Hansaplast-Gruppe (einschließlich Elastoplast in den Commonwealth-Ländern, Curad in Nordamerika und Curitas in Lateinamerika) mit plus 30 Prozent und Eucerin mit einer Steigerung von 14 Prozent.

In den kommenden fünf Jahren soll der Umsatz der Sparte medical um die Hälfte auf mehr als 1,3 Milliarden Euro wachsen. Für 2001 wird der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 880 Millionen Euro zulegen. Insgesamt sollen in diesem Jahr 71 Millionen Euro bei medical investiert und weltweit 5100 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Trotz "einer gewissen Konsumentenunlust" in Deutschland, konnte Beiersdorf mit seinem medical-Sortiment im Lebensmittelhandel und in den Drogeriemärkten im ersten Halbjahr ein deutliches Plus erzielen. In der Apotheke stieg der Umsatz sogar um 6,1 Prozent. Dabei konnten die hohen Marktanteile gefestigt oder sogar ausgebaut werden. Hansaplast ist mit 80 Prozent eindeutig Marktführer und als "Qualitätsimage im Kopf der Verbraucher verankert", so Quaas.

Das Geschäft mit Praxis-Produkten wie Gips, Bandagen oder Wundfixierungen wurde im April 2001 in ein gemeinsames Unternehmen mit dem britischen Konzern Smith & Nephew eingegliedert. Quaas: "Das ist wahrscheinlich die größte Neuausrichtung, die wir je gemacht haben." Das Joint Venture namens BSN Medical entwickelt sich mit einem geplanten Umsatz von rund 400 Millionen Euro für das Jahr 2001 und soll in die Größenordnung von 500 Millionen Euro Umsatz geführt werden.

Basis für dieses Wachstum ist nach Ansicht von Quaas: "Innovation; so heißt nun mal die treibende Kraft." Innovationskraft und die Fähigkeit zur Vermarktung begleiten aus seiner Sicht die erfolgreiche Entwicklung und sind Wachstumsmotoren. Dazu gehörten in diesem und im vergangenen Jahr Hansaplast Narben Reduktion, die Futuro Rückenbandage, Hidrofugal Anti-Transpiranttücher, ein Deo im Mini-Format und Eucerin. Durch eine vielfältige Marketingstrategie, bestehend aus der klassischen Werbung in TV und Print sowie gezielten Sponsoringmaßnahmen wie beim Hansaplast-Marathon in Hamburg, werde zur Popularisierung der Marken beigetragen. Allein durch den Marathon habe man über 100 Millionen Leser- beziehungsweise Zuschauerkontakte erreicht.

Speziell auf Kinderherzen oder Kinderknie zugeschnitten ist die neueste Pflaster-Kampagne zum Kinostart von Harry Potter am 22. November 2001. Nach dem Motto "Wenig Hansaplast, aber dafür viel Harry Potter" sollen kleine Wunden mit Spaß heilen. Doch bei aller Freude über das Umsatzwachstum spielt die Medical-Sparte im Beiersdorf-Konzern nur die zweite Geige. Hauptumsatz wird mit Abstand bei der Kosmetik erzielt. Für das Jahr 2001 erwartet das Hamburger Unternehmen mit weltweit 17.500 Mitarbeitern ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.Top

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