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"Für das Erste ist uns die Übung gelungen"

23.08.1999
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-Wirtschaft & HandelGovi-VerlagARZ HAAN

"Für das Erste ist uns
die Übung gelungen"

von Daniel Rücker, Düsseldorf

Im Vordergrund des zweiten Jahres als Aktiengesellschaft stand beim Apothekenrechenzentrum ARZ Haan die Integration der akquirierten Firmen. Trotz der erheblichen finanziellen Belastungen, die mit dem Kauf von Pharma Daig und Lauer verbunden sind, konnte ARZ-Vorstandsvorsitzender Rainer Lorenzen mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 1998 zufrieden sein.

Beim Umsatz legte die ARZ Haan AG 1998 im Vergleich zu 1997 um 1,144 Millionen DM auf nunmehr 39,485 Millionen DM zu. "Damit befinden wir uns weiterhin auf Wachstumskurs, wenngleich man einräumen muss, dass die hohe Wachstumsdynamik der Jahre 1993 bis 1997 ein wenig nachgelassen hat", bilanzierte Lorenzen auf der ARZ-Hauptversammlung am 20. August in Düsseldorf.

Motor der Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr war das gute Geschäft bei der Rezeptabrechnung. Mit einem Plus vom 995 000 DM auf 16,659 Millionen DM lieferte dieser Geschäftsbereich fast den gesamten Zuwachs des Unternehmens. Dabei lag die Zahl der vom ARZ Haan bearbeiteten Rezepte mit 54,1 Millionen um 100 000 DM unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig stieg jedoch der durchschnittliche Rezeptwert von 65,46 DM (1997) auf 69,06 DM. Im Geschäftsbereich Aida liefen die Geschäfte weniger zufriedenstellend. Mit 20,2 Millionen DM stagniert der Umsatz auf Vorjahresniveau.

Die gesamte Unternehmensgruppe inklusive aller Töchter erzielte im Geschäftsjahr 1998 einen Umsatz von 113,523 Millionen DM. Ein Vergleich mit dem Vorjahr verbiete sich jedoch wegen des geänderten Konsolidierungskreises, erklärte Lorenzen.

Pharma Daig & Lauer eingegliedert

Der Gewinn der ARZ Haan wurde stark von den Krediten für den Kauf der Pharma Daig & Lauer-Gruppe belastet. Aus diesem Grund sank das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 2,572 Millionen DM auf nunmehr 4,401 Millionen DM. Allein die Zinsaufwendungen für die Akquisition liegen nach Lorenzens Angaben bei 3,368 Millionen DM. Trotz der starken Belastung schreibe das Unternehmen aber weiterhin "tiefschwarze Zahlen", betonte er Vorstandsvorsitzende. Der Jahresüberschuß hat sich mit 1,41 Millionen DM im Vergleich zum Vorjahr halbiert.

Zufrieden zeigte sich Lorenzen mit der Eingliederung von Pharma Daig & Lauer. Dabei waren die Veränderungen im Geschäftsfeld Apotheken-EDV schwerwiegender als bei der Rezeptabrechung. Unter der Marke Lauer-Fischer wurden Vertrieb und Service von Aida und der akquirierten Apothekensoftware zusammengeführt. Zudem mußte für die ehemals konkurrierenden Vertriebsorganisationen eine Identität geschaffen werden, die "mehr ist als der kleinste gemeinsame Nenner", so Lorenzen.

Durch die Neuordnung ist nun ein bundesweites Netz mit 17 Vertriebs- und Servicestandorten entstanden. Das ARZ Haan stehe heute im Apothekenmarkt für das breiteste Produkt- und Dienstleistungsangebot aus einer Hand, so Lorenzen. 7000 Kunden machen das Unternehmen zum Marktführer bei der Apotheken EDV. Lorenzens Fazit: "Die Übung ist uns für das erste Gelungen."

Gemeinsame Sache zugunsten der Chipkarte

In den kommenden Jahren will das ARZ Haan besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung des elektronischen Rezeptes legen. Bei diesem für den Berufsstand enorm wichtigen Projekt sei der Schulterschluß mit den anderen standeseigenen Rechenzentren wichtig, sagte Lorenzen. Mit der Gründung einer Gesellschaft für Datenannahme und -auswertung wollen die fünf Rechenzentren hier einen ersten Schritt in diese Richtung machen.

Lorenzen sieht das Chipkarten-Netz-Modell der Apothekerschaft im Aufwind. Die von Ärzten und Krankenkassen favorisierte Lösung mit einem zentralen Server bewege sich "noch stark im theoretischen Raum" und sei von der praktischen Erprobung weit entfernt. Mittlerweile rückten die Kassen von dem Konzept ab und brächten jetzt ein neues System, das 2-D-Barcode-Rezept, ins Gespräch.

Für die Apotheker komme es nun darauf an, die Praxistauglichkeit des Chipkarten-Netz-Modells unter Beweis zu stellen. Gelinge es, Krankenkassen und Ärzte von der Überlegenheit der Chipkarte zu überzeugen, könnte die Apotheken-EDV "zum Schlüssel für die strategische Absicherung des Rezeptabrechnungsgeschäftes werden".

Im weiteren Verlauf der Hauptversammlung beschlossen die fünf Stammaktionäre und die Vorzugsaktionäre ohne Gegenstimme eine Erhöhung des Grundkapitals von 3,796 Millionen DM auf 7,592 Millionen DM. "Aus Gründen der Zukunftsvorsorge," wie Lorenzen sagte. Die Kapitalerhöhung erfolgt aus Eigenmitteln durch die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 1:1. Der Kurs der ARZ-Aktie halbiert sich in der Folge von 42,75 auf 21,375 DM.Top

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