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Betriebsergebnis der Apotheken 1995 im Vergleich

19.05.1997
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-Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

Betriebsergebnis der Apotheken
1995 im Vergleich

  Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln (IfH) beteiligten Apotheken konnten 1995 nach zwei Jahren mit negativem betriebswirtschaftlichem Betriebsergebnis wieder eine Verbesserung ihrer Umsatz-, Kosten- und Ertragslage feststellen.

Die nominale Umsatzzunahme der erfaßten Apotheken betrug 1995 gegenüber dem Vorjahr 6 Prozent. Damit konnte, zusammen mit dem Umsatzwachstum 1994 gegenüber 1993 (+ 4 Prozent), der 1993 festgestellte Umsatzrückgang von 8 Prozent ausgeglichen und das nominale Umsatzniveau von 1992 wieder erreicht werden. Da nach den Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes die Verkaufspreise der Apotheken 1995 im Vergleich zu 1994 um 0,7 Prozent stiegen, verbleibt nach Ausschaltung der Preiserhöhung für 1995 ein realer Umsatzzuwachs gegenüber 1994 von 5,3 Prozent.

Keine wesentlichen Änderungen bei Personal und Raumeinsatz

Der Umsatz je beschäftigter Person, die wichtigste Leistungsmeßzahl, nahm von 386.200 (1994) auf 406.200 DM (1995) um 6,2 Prozent zu. Die etwa im Ausmaß der Umsatzsteigerung liegende Erhöhung der Personalumsatzleistung deutet auf eine nahezu unveränderte Personalkapazität hin. Erreicht wurde die Steigerung trotz der geringeren Verschreibungswerte, die in der Abnahme des Umsatzes je Kassenrezept von 55,20 auf 54,40 DM zum Ausdruck kommen.

Die Verbesserung der wirtschaftlichen Raumnutzung von 13.710 DM Umsatz je Quadratmeter Geschäftsraum im Jahr 1994 auf 14.570 DM im Jahr 1995 um 6,3 Prozent läßt im Vergleich mit der Gesamtumsatzentwicklung auch keine wesentliche Veränderung des Raumeinsatzes erkennen. In der Lagerhaltung ist eine deutliche Beschleunigung des Lagerumschlages von 7,3mal 1994 auf 8,3mal 1995 zu verzeichnen. Dem steht eine Zunahme des Lagerbestandes je beschäftigter Person von 29.200 auf 29.400 DM und des Lagerbestandes je Quadratmeter Geschäftsraum von 1020 auf 1050 DM gegenüber.

Die Ertragsentwicklung weist eine unveränderte Handelsspanne von 28,1 Prozent aus. Bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Gesamtkostenbelastung von 28,1 Prozent auf 27,4 Prozent ist das betriebswirtschaftliche Betriebsergebnis auf 0,7 Prozent im Berichtsjahr gegenüber -0,2 Prozent im Vorjahr angestiegen. Die Reduzierung der gesamten Handlungskosten um 0,9 Prozentpunkte wurde durch eine Verringerung der Personalkosten (0,6 Prozent) sowie der Miete (0,2 Prozent) und der Sachkosten für Geschäftsräume (0,1 Prozent) erreicht. Der Rückgang der relativen Kostenbelastung in diesen Positionen ist im wesentlichen auf die gegenüber dem Vorjahr durch die Umsatzerhöhung verbesserte Auslastung der unveränderten Personal- und Raumkapazität zurückzuführen.

Teilnehmerstruktur

An der Jahresauswertung 1995 beteiligten sich 642 Apotheken, die mit einem Einsatz von durchschnittlich sechs beschäftigten Personen und 165 Quadratmetern Geschäftsraum einen Umsatz (einschließlich Mehrwertsteuer) von 2.426.000 DM je Betrieb erzielten. Ebenso wie die Zahl der beschäftigten Personen und Quadratmeter Geschäftsraum je Betrieb blieb im Berichtsjahr 1995 - verglichen mit mehreren Vorjahren - auch die Aufteilung des Umsatzes nach Warengruppen und nach Umsatzwegen nahezu unverändert.

Vom Gesamtumsatz entfielen 93 Prozent auf Arzneimittel. Der Umsatzanteil an private Barzahler lag bei 33 Prozent, an Kassenmitglieder bei 66 Prozent und an gewerbliche Verwender bei 1 Prozent. Der Umsatz an Kassenmitglieder und an gewerbliche Verwender entspricht weitgehend den Kreditverkäufen (1995: 66,3 Prozent) und verursachte am 31. Dezember 1995 Außenstände von 5,7 Prozent des Jahresumsatzes.

Durchführung der Vergleichsarbeiten

Im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände - ABDA - führt das Institut seit 1967 Betriebsvergleiche für Apotheken durch. Vor kurzem wurde der Jahresbetriebsvergleich für 1995 abgeschlossen und den beteiligten Apotheken die Auswertungsergebnisse übermittelt. Die Hauptaufgabe des Betriebsvergleichs besteht darin, den Teilnehmern objektive Meßzahlen zur Beurteilung ihrer Leistungs-, Kosten- und Ertragsverhältnisse an die Hand zu geben. Jeder Betrieb erhält kurzfristig nach Eingang seines Jahresberichtes im Institut eine individuelle Vorabauswertung mit Plausibilitätstest. Hierin wird der innerbetriebliche Zeitvergleich mit den eigenen Vorjahreszahlen sowie eine kritische Überprüfung der gemeldeten Daten hinsichtlich extremer, unklarer oder unvollständiger Angaben vorgenommen, um bei den späteren Auswertungen eine möglichst realitätsgetreue Darstellung der einzelbetrieblichen Verhältnisse zu gewährleisten.

Die fundamentale Informationsunterlage des Jahresbetriebsvergleichs ist die synoptische Ergebnistabelle mit sämtlichen Vergleichszahlen aller beteiligten Apotheken, die diesen nach Abschluß der Endauswertung übermittelt wird. Sie bietet die Möglichkeit, strukturell ähnlich gelagerte Apotheken zum zwischenbetrieblichen Vergleich herauszufinden. Die erfaßten Betriebe werden nach Pachtapotheken und Nichtpachtapotheken getrennt - entsprechend der Anzahl der beschäftigten Personen zu Betriebsgrößenklassen zusammengefaßt und für diese Durchschnittswerte ermittelt. Die einzelbetriebliche Wiedergabe weiterer Strukturdaten wie Ortsgröße, Geschäftslage, Sortimentszusammensetzung, Kundenkreis, Umsatzvolumen und Raumgröße gestattet es, auch diese zusätzlichen Kriterien bei der Auswahl ähnlich gelagerter Apotheken heranzuziehen.

Für das Berichtsjahr 1995 hat das Institut für die Apotheken einen Unternehmenskompaß entwickelt. Darin werden die Informationen des Betriebsvergleichs graphisch und tabellarisch individuell aufbereitet, So kann sich jeder Teilnehmerbetrieb einen schnellen Überblick über Leistungsreserven im eigenen Betrieb verschaffen und einzelne Teilbereiche der Unternehmensführung, etwa den Personalbereich, analysieren und entsprechende Konsequenzen ziehen.

PZ-Artikel von Klaus Wirtz, Köln
   

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