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Bislang kein OTC-Preiskampf

Datum 19.04.2004  00:00 Uhr
IMS-Studie

Bislang kein OTC-Preiskampf

PZ  Nach Berechnungen von IMS Health lagen die Preise für die Top 1000 Handelsformen bei rezeptfreien Präparaten, eingeschränkt auf die Selbstmedikation, im Februar 2004 im Durchschnitt um 4 Prozent höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Hintergrund der Berechnungen von IMS Health ist das seit Jahresbeginn 2004 wirksame GKV-Modernisierungsgesetz, wonach die Preise für OTC-Arzneimittel für den Bereich der Selbstmedikation freigegeben sind. Im Vorfeld der Reform geäußerte Befürchtungen, dass es infolge dieser Maßnahme zu „Preiskriegen“ der Apotheken kommen werde, lassen sich bislang nicht bestätigen, erklärte IMS Health am Dienstag.

Eine Analyse mit Stand Februar 2004 ergibt, dass die Preise im Durchschnitt um 4 Prozent höher lagen als im Februar 2003. Hierbei sind auch neue, zum Teil eher hochpreisige Produkte berücksichtigt. Einbezogen waren in die Analyse die Top 1000 Handelsformen (von insgesamt etwas mehr als 41.000), die rund 70 Prozent des Umsatzes im Markt der Selbstmedikation abdecken. Der Durchschnittspreis eines Präparates im Bereich Selbstmedikation liegt nun bei 6,75 Euro (Apothekenverkaufspreis).

Geringfügige Preiserhöhungen

Bei knapp zwei Drittel (62 Prozent) der untersuchten Handelsformen fanden Preiserhöhungen statt, jedoch mehrheitlich in moderatem Umfang: bei 21 Prozent bewegten sich diese zwischen über 0 bis 2 Prozent, bei 17 Prozent der Präparate zwischen 2 bis 4 Prozent, bei 18 Prozent zwischen 4 bis 10 Prozent, und nur bei 5 Prozent der Medikamente lagen die Preiserhöhungen über 10 Prozent.

Von den Präparaten, bei denen Preiserhöhungen um über 10 Prozent stattfanden, liegen rund 40 Prozent über dem Durchschnittspreis, der Rest darunter. Bei etwas mehr als der Hälfte dieser Produkte fand auch ein Umsatzwachstum statt, wobei dieses sehr unterschiedlich ausfällt und nicht zwangsläufig auf die Preiserhöhungen beziehungsweise nur auf diese zurückzuführen ist. Das heißt, eine vergleichsweise hohe Preissteigerung geht nicht unbedingt mit einem entsprechenden Umsatzwachstum einher (nämlich wenn die Absätze zurückgehen) beziehungsweise umgekehrt. Bei über einem Viertel der Präparate steigt allerdings auch der Absatz, teilweise sogar erheblich. Dies lässt auch nach wie vor auf ein eher geringes Preisbewusstsein der Verbraucher bezüglich Apothekenprodukten schließen.

Etwa drei Viertel der Präparate, bei denen die Preise um mehr als 10 Prozent erhöht wurden, sind zur Behandlung von Erkältungserkrankungen, Atemwegsbeschwerden und Schmerzen indiziert.

Preisstabilität oder Preissenkungen

Bei 13 Prozent der in die Analyse einbezogenen 1000 Handelsformen blieben die Preise stabil und bei 18 Prozent wurden sie sogar gesenkt. Bei 8 Prozent handelt es sich um neue Produkte, die im Februar 2003 noch nicht in den Markt eingeführt waren und für die ergo keine Preisänderungen zu berechnen sind.

Präparate mit Preissenkungen sind überwiegend vergleichsweise teurere Produkte, das heißt diese liegen zum Teil weit über dem Durchschnittspreis von 6,75 Euro. Die Spanne der Preissenkungen ist bei den meisten Präparaten allerdings relativ gering, sie liegt mit wenigen Ausnahmen unter 5 Prozent. Von daher liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die meisten Preissenkungen eher ein vorsichtiges „Antesten“ auf die Verbraucherreaktionen darstellen als dass sie mit der strategischen Absicht erfolgen, Selbstmedikationsmarken (als Wechsel von bislang primär verordneten rezeptfreien Produkten) zu profilieren. Top

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