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Immer mehr Beschwerden über Ärzte

10.03.2003
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Immer mehr Beschwerden über Ärzte

dpa  Die Zahl der Beschwerden über Geschäftspraktiken von Ärzten hat 2002 stark zugenommen. So gebe es etwa Ärzte, die Produkte von Sanitätshäusern verkauften oder von Krankenhäusern Geld für die Überweisung von Patienten erhielten, teilte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg mit.

Die meisten Beschwerden kämen von Ärzten oder Apothekern, die von den Praktiken gehört hätten. Da nur wenige Patienten gegen ihren Arzt aussagten, könnten die Vorwürfe allerdings oft nicht bewiesen werden.

Andere Beschwerden gegen Ärzte waren dagegen erfolgreicher. So wurde etwa eine Laserklinik von der Wettbewerbszentrale wegen einer Anzeige abgemahnt. Darin hatte die Klinik bei Anmeldung innerhalb einer bestimmten Zeit 20 Prozent Rabatt auf Fettabsaugen versprochen. Rabatte könnten Verbraucher zu einer überstürzten Anmeldung für eine Operation veranlassen, hieß es.

Viele Abmahnungen gab es auch wegen Werbung von Krankenkassen. So unterstellte ein Unternehmen in einer Zeitungsanzeige allen Mitbewerbern inkompetente Mitarbeiter. Private Krankenkassen berichteten von Beitragserhöhungen um 33 Prozent sowie von rigorosen Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Konkurrenz. Einige Werbungen von Krankenkassen wurden gerichtlich verboten, bei anderen verzichteten die Unternehmen nach Abmahnungen auf diese Anzeigen.

Insgesamt ist die Zahl der Beschwerden im Gesundheitsbereich bei der Wettbewerbszentrale nicht gestiegen. Der Großteil der Fälle wurde außergerichtlich geregelt. Die Wettbewerbszentrale wurde 1912 als Selbstkontrollorgan gegründet. Mitglieder sind neben anderen die Industrie- und Handelskammern in Deutschland sowie die Ärztekammern. Top

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