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Hexal investiert erneut in den Osten

01.03.2004  00:00 Uhr

Hexal investiert erneut in den Osten

von Thomas Bellartz, Dresden

Seit rund einem Jahr nagte die Ungewissheit an den Mitarbeitern des Degussa-Werks in Radebeul. Nun können viele aufatmen: Die Hexal AG übernimmt das Werk und die meisten der Mitarbeiter.

Am vergangenen Freitag hatten Degussa und Hexal beim Notar das Geschäft unter Dach und Fach gebracht und damit die Gerüchte bestätigt. Der Wirtschaftsminister des Freistaats Sachsen, Dr. Martin Gillo (CDU), freute sich am Montag sichtlich, als er den Verkauf an die Hexal offiziell kommentierte. Und auch die Zustimmung des Bundeskartellamtes ist nicht nur nach Ansicht von Hexal-Vorstand Dr. Thomas Strüngmann eine „reine Formsache“. Bis zum Sommer werde man Gewissheit haben. Es gebe keinen Grund, warum die Kartellbehörde dem Geschäft ihren Segen verweigern könnte.

Die Hexal wird das Degussa-Werk zum 1. Juli 2004 übernehmen. Damit hat die Landesregierung ihr wichtigstes Ziel erreicht, nämlich die Schließung des Werks zu verhindern.

Strüngmann bestätigte, dass man für die 177 Arbeitsplätze eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie gegeben habe. Und auch die 31 Lehrlingsstellen sind gesichert. Knapp 100 Beschäftigte werden bis Dezember 2005 in einer Transfergesellschaft untergebracht, sagte der Leiter des Geschäftsbereiches Exclusive Synthesis and Catalysts, Dr. Peter Nagler. Beide Seiten machten keine Angaben über den Kaufpreis. Seite Herbst 2003 habe man miteinander gesprochen, der Freistaat habe sich im Hintergrund gehalten, sagte Gillo. Sollte die Hexal sich zu weiteren Investitionen am Standort entschließen, könne auch über weitere Fördergelder gesprochen werden. Im Zuge des Verkaufs an Hexal seien allerdings keine Mittel geflossen.

Ab dem 1. Juli wird das Werk als Tochtergesellschaft Hexal Synthese GmbH firmieren. Die von den Brüdern Thomas und Andreas Strüngmann gegründete und geführte Hexal sei das zweite Generika-Unternehmen in Deutschland mit eigenem Synthesewerk, hieß es. Kleinere Synthese-Einheiten betreibt das Unternehmen bereits in Dänemark und in der Türkei. Bereits in der Vergangenheit investierte Hexal erfolgreich in verschiedene ostdeutsche Standorte.

Radebeul sei wichtig für Hexal, da der Standort über eine Sonderproduktionsanlage für Krebsmedikamente verfüge und einige Produkte für den Export in die USA bereits genehmigt seien, sagte Strüngmann. Hexal beschäftigt weltweit rund 5900 Mitarbeiter. Von den bundesweit etwa 2500 Beschäftigten arbeiten mehr als die Hälfte in den neuen Bundesländern. Top

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