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Eli Lilly mit zweistelligen Zuwächsen

05.02.2001
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Eli Lilly mit zweistelligen Zuwächsen

von Erdmuthe Arnold, Frankfurt am Main

Zuversicht verbreitete die Geschäftsführung der deutschen Lilly Pharma Holding GmbH, Bad Homburg, und der Vizepräsident des Mutterkonzerns Eli Lilly, Indianapolis/USA, Jeffrey W. Henderson, in der Jahrespressekonferenz am 31. Januar. Sie erwarten auch in den kommenden Jahren zweistellige Zuwächse in der Firmengruppe, trotz des Patentablaufs des größten Umsatzbringers Prozac/Fluctin. Die "ausgezeichnete Pipeline" und die baldige Einführung von zwei neuen Präparaten dienten als Begründung.

Eli Lilly and Company setzte vergangenes Jahr 11 Milliarden (nach 10 Milliarden 1999) um. Das Betriebsergebnis stieg um 11 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. Um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar kletterte der bereinigte Gewinn. Je Aktie bedeutet dies ein Plus um 16 Prozent auf 2,65 Dollar.

Die Lilly Pharma Holding ist mit Hauptsitz in Bad Homburg sowie Werken in Hamburg, Gießen und Norderfriedrichskoog in Deutschland vertreten. Sie ist zugleich zuständig für einen Betrieb in Wien und beschäftigt insgesamt 1231 Mitarbeiter. Hier nahm der Umsatz um 5,7 Prozent auf 643,4 Millionen DM zu. Dabei wurde das Wachstum erneut durch die innovativen Präparate, wie Zyprexa, Gemzar, Humalog, ReoPro und Evista, getragen. Mit ihnen wurden 51 Prozent erlöst.

An ihrem letzten Arbeitstag als Geschäftsführerin der Lilly Pharma Holding, verwies Elizabeth H. Klimes vor der Presse auf die Erfolgsgeschichte des vor 125 Jahren in Indianapolis/Indiana gegründeten und heute in 179 Ländern im Markt vertretenen Konzerns. Weltweit werden 32 000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 6000 in Forschung und Entwicklung. Ziel des Konzern sei es, bald zu den Top-Ten der Pharmabranche zu gehören, sagte Klimes, die an den Hauptsitz in Indianapolis zurückkehrt und dort Kernbereiche Diabetes und Wachstumsstörungen leiten wird.

Verstärkt setzt der Konzern auf Produkt- und Unternehmenskommunikation gegenüber den Patienten, Ärzten und Apothekern, wie Lilly-Direktor Dr. Hans-Nikolaus Schulze-Solce darlegte. Dabei sei die "Marke Lilly" wesentliches Merkmal, um offen zu kommunizieren und wissenschaftliche und wirtschaftliche Antworten Innovationen zu geben, wie der für die integrierte Unternehmenskommunikation zuständige Arzt und Apotheker Schulze-Solce darlegte. Mehr engagieren will sich der Konzern in der Gesundheitspolitik, der Verbandsarbeit sowie konkret mit Selbsthilfegruppen zusammen arbeiten. So ist beispielsweise ein Projekt zur Reintegration schizophrener Patienten 2000 in Hamburg angelaufen. Im Bereich der Gesundheitsökonomie will sich Elli Lilly mit Krankheitskosten- und Wirtschaftlichkeitsstudien zu Wort melden.

Mit der Zulassung des Proteins C (rhAPC) zur Behandlung der Sepsis rechnet in diesem Jahr Dr. Hans-Joachim Weber, medizinischer Direktor der Lilly Deutschland. In USA wird darüber hinaus derzeit die Zulassung des direkt am Knochen wirkenden Arzneimittels PTH zur Behandlung mittelschwerer und schwerer Osteoporose bei Frauen in der Postmenopause betrieben. Es soll vertebrale und extravertebrale Frakturen reduzieren. In Phase 3 der klinischen Erprobung befinden sich vier Präparate, so ein PKC (Protein Kinase C)-Inhibitor, der chronische Komplikationen der Zuckerkrankheit verhindern soll sowie IC351 (Duloxetin) zur Behandlung der erektilen Disfunktion bei Männern. Vielversprechend erweist sich laut Weber auch das Krebstherapeutikum MTA gegen bösartige Tumore des Rippenfells, Bronchial-Ca und Brustkrebs und Tomoxetin zur erfolgreichen Behandlung der Hyperaktivität bei Kindern.Top

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