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Geimpft auf Vorsorge

13.08.2001  00:00 Uhr

KINDERKRANKHEITEN

Geimpft auf Vorsorge

von Elke Wolf, Rödermark

Kinderkrankheiten: Existiert der Begriff womöglich nur im allgemeinen Sprachgebrauch? Im Pschyrembel und Roche Medizinlexikon sucht man jedenfalls vergeblich nach ihm. Zwischen "Kinderheilkunde" und "Kinderlähmung", wo sich der Begriff eigentlich finden lassen müsste, machen die medizinischen Wörterbücher keine Angaben. In der Tat: Klassische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln sind Infektionen, die man sich in jedem Lebensalter einfangen kann. Trotzdem gibt es Erkrankungen, die häufiger kleine und große Kinder belästigen. Was tun, wenn sich der Nachwuchs gesundheitsbedingt zum Sorgenkind entwickelt? Wie beraten, wenn sich Eltern mit einer nicht ganz ungefährlichen Mischung aus Sorgen, Nichtwissen und Unbedachtheit in der Offizin an den Apotheker wenden?

Mehr Gesundheit als durch Impfung gibt es nicht. Das scheint sich noch nicht flächendeckend herumgesprochen zu haben. Denn auch wenn man die drei bis fünf Prozent der vehementen Impfstoffgegner abzieht, ist der Impfschutz der restlichen Deutschen nach wie vor lückenhaft. Auffrischimpfungen geraten bei Jugendlichen und Erwachsenen oft in Vergessenheit, und Kleinkinder besitzen keinen Maximalschutz, wenn sie nicht alle für die grundlegende Immunisierung notwendigen Impfungen erhalten. Zwar ist die Impfbereitschaft junger Eltern recht gut, es hapert jedoch daran, dass die Impfserien nicht turnusgemäß weitergeführt oder abgeschlossen werden. Das hat eine Impfdaten-Analyse (13) von fast 370 Kindern im Alter zwischen 19 und 35 Monaten ergeben.

Die Grundimmunisierung gegen das Dreiergespann Diphtherie, Tetanus und Pertussis sollte idealerweise im fünften Lebensmonat beendet sein. Tatsächlich abgeschlossen war sie in diesem Alter nur bei 9 Prozent, im Alter von sieben Monaten bei der Hälfte, mit 13 Monaten bei drei Vierteln. Noch schlechter sind die Impfraten bei Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Mit fünf Monaten waren nur 9 Prozent, mit sieben Monaten 46 Prozent und mit 13 Monaten 65 Prozent grundimmunisiert. Die Nachlässigkeit der Eltern könnte fatale Auswirkungen haben: Sind doch Pertussis und eine Hib-Meningitis am gefährlichsten, wenn die Kinder im ersten Lebensjahr daran erkranken.

Am Beispiel Pertussis lässt sich nachvollziehen, welche Konsequenzen Lücken im Impfschutz haben. Die Impfung mit der azellulären Pertussis-Vakzine wird seit 1995 in Deutschland für Säuglinge empfohlen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sieht es mit dem Impfschutz ziemlich mau aus; gerade mal jeder Zweite ist gegen Keuchhusten immun. Sie sind es jedoch, die meistens erkranken. Und ihre Eltern stecken sich leicht an. 30 Prozent der Eltern eines an Keuchhusten erkrankten Kindes bekommen einer Studie zufolge ebenfalls einen solchen. Um die potenzielle Erregerquelle auszuschalten, wäre die Pertussis-Impfung von Erwachsenen die logische Folge. Bislang reichen die Daten allerdings nicht für eine generelle Impfempfehlung für Erwachsene aus. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) spricht sich nur für die Pertussis-Impfung bei Jugendlichen aus.

Der Impfstatus lässt ich gut bei Schulanfängern und bei Wehrpflichtigen ermitteln. Während noch 90 Prozent der Erstklässler einen Impfpass besitzen, ist es bei den Wehrpflichtigen gerade mal die Hälfte. Der Impfschutz gegen Diphtherie, Poliomyelitis und Tetanus ist mit 90 Prozent Durchimpfungsrate recht gut. Bei Masern, Mumps und Röteln fällt sie mit rund 80 Prozent schon deutlich niedriger aus. Noch magerer präsentiert sich der Schutz gegen Keuchhusten oder Hepatitis B: Nur rund 60 Prozent der ABC-Schützen sind auf Pertussis und 20 Prozent auf Hepatitis B vorbereitet. Hilfreich für die Verbesserung des generellen Impfschutzes dürften Kombinationsimpfstoffe sein, die die STIKO Eltern ausdrücklich ans Herz legt. Tipp für das Beratungsgespräch: Seit dem letzten Jahr auf dem Markt befindliche Sechsfachimpfstoffe (Hexavac®, Infanrix hexa®) vereinen alle von der STIKO empfohlenen Impfungen im ersten Lebensjahr, also Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib und Hepatitis B. Die Hoffnung von Infektiologen: dass in Zukunft Impfbereitschaft und Impfrate in dem Maß steigen, wie sich die Zahl der Injektionen durch die Kombivakzinen reduziert.

Impfung ist eine Frage der Motivation und der stetigen Erinnerung. Diese sollten sich durch gezielte Information verbessern lassen - eine Aufgabe, die das Infektionsschutzgesetz (IfSG) erfüllen soll. Um die Durchimpfungsraten bundesweit erfassen zu können, schreibt das zu Beginn dieses Jahres in Kraft getretene IfSG verpflichtend vor, den Impfstatus von Kindern bei der Einschulung zu dokumentieren und die Daten anonymisiert an das RKI weiterzuleiten. Damit hat der öffentliche Gesundheitsdienst eine Möglichkeit, Eltern noch einmal auf unterlassene Impfungen aufmerksam zu machen. Apropos vergessen statt vermeiden: Experten des RKI sehen im Vergessen von Impfungen den Hauptgrund für die im internationalen Vergleich niedrigen Durchimpfungsraten in Deutschland. In repräsentativen Umfragen sind die Deutschen nämlich alles andere als Impfmuffel; 95 Prozent zeigen sich Impfungen gegenüber aufgeschlossen.

Das IfSG hat noch andere Auswirkungen: Seit 1. Januar 2001 sind Masern meldepflichtig, innerhalb von 24 Stunden gilt es, einen Masernfall dem Gesundheitsamt mitzuteilen. Sobald ein Kind in einem Kindergarten oder einer Schule die typischen roten, zusammenfließenden Flecken auf der Haut bekommt und die Diagnose Masern gesichert ist, werden Impfpässe kontrolliert und ungeimpfte Kinder für zwei Wochen nach Hause geschickt. 14 Tage sind die mittlere Inkubationszeit von Masern. Eine entsprechende Richtlinie des RKI gab es zwar schon lange, die Umsetzung in die Tat erfolgte eher spärlich. Da Masern nun aber meldepflichtig sind, werden auch kleine Ausbrüche sofort bekannt, und die Gesundheitsämter können handeln.

STIKO erweitert Impfempfehlungen

Noch druckfrisch sind die neuen Empfehlungen der STIKO; am 13. Juli 2001 sind sie im Epidemiologischen Bulletin (2) veröffentlicht worden. Wesentlich erweitert hat die STIKO die Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung, zur Impfung gegen Meningokokken sowie gegen Windpocken.

  • Da es gegen Pneumokokken seit kurzem erstmals einen Konjugat-Impfstoff (Prevenar®) gibt, wird eine Pneumokokken-Impfung nun auch für Säuglinge ab vollendetem zweiten Lebensmonat empfohlen, die wegen einer Grunderkrankung verstärkt gefährdet sind. Bislang konnten Kinder unter zwei Jahren nicht gegen Pneumokokken geimpft werden.
  • Seit kurzem ist ein Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe C (Meningitec®) auf dem Markt, der bereits bei Säuglingen ab dem dritten Lebensmonat wirksam ist. Die STIKO empfiehlt Kindern und Erwachsenen, die ein erhöhtes Erkrankungs- und Komplikationsrisiko etwa wegen eines Immundefektes haben, erstmalig die Impfung gegen Meningokokken. Vor dem zweiten Lebensjahr wird ausschließlich der neue Impfstoff empfohlen, danach kann der Impfschutz mit einem Polysaccharid-Impfstoff (zum Beispiel Mencevax®) ergänzt werden.
  • Gegen Varizellen sollten künftig alle Jugendlichen zwischen zwölf bis 15 Jahre geimpft werden, die bisher weder an Windpocken erkrankt noch geschützt sind. Außerdem sollten alle nichtimmunen Kontaktpersonen von gefährdeten Personen immunisiert werden, für die die Impfempfehlung bisher schon galt. Die Windpocken-Impfung wird zudem nichtimmunen Personen empfohlen, die in Einrichtungen für Vorschulkinder zu arbeiten beginnen.
  • Die zweite Masern-Mumps-Röteln-(MMR-)Impfung ist im aktuellen Impfkalender jetzt bereits im zweiten Lebensjahr vorgesehen und nicht erst im fünften bis sechsten Lebensjahr. Sie kann bereits vier Wochen nach der ersten MMR-Impfdosis erfolgen. Weiterer Rat: Ungeimpfte oder nur einmal MMR-geimpfte Kinder, die Kontakt zu Erkrankten haben, möglichst innerhalb von drei Tagen impfen.

 

Routinemäßig Paracetamol-Zäpfchen

Kindern werden nach Operationen zu selten oder in zu niedrigen Dosen Analgetika verabreicht. Drei Viertel geben an, nach chirurgischen Eingriffen unter mäßigen bis starken Schmerzen zu leiden. Eine Umfrage (1) an 570 anästhesiologischen Abteilungen deutscher Kliniken hat untersucht, woran das liegen könnte. Dorothee Bremerich von der Universitätsklinik Frankfurt und ihre Kollegen aus Neuwied und Mönchengladbach schreiben in ihrem Fazit, dass die mangelhafte Schmerzbehandlung weder an neuen Schmerzmitteln noch an modernen Techniken liegt. Vielmehr müssten diese verstärkt in die Praxis umgesetzt werden. Laut der Umfrage sehen die meisten Mediziner selbst ein, dass Abhilfe geschaffen werden muss.

In mehr als 90 Prozent der Fälle bekommen die Kinder routinemäßig Paracetamol-Zäpfchen, so die Studienergebnisse. Ob Paracetamol die nach einer Operation auftretenden Schmerzen zu kappen vermag, ist fragwürdig. Ebenso anzuzweifeln ist die Standardverwendung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, was immerhin in einem Viertel der befragten Kliniken geschieht. Mangelware ist dagegen die regionale Anästhesie; nur bei weniger als der Hälfte der Befragten kommt sie zum Einsatz, und nur ein Fünftel wendet sie bei Kindern jeden Alters an. Dabei trägt die Regionalanästhesie auch zur schnelleren Heilung bei. So können Kinder mit Knochenbrüchen oder Verletzungen betroffene Arme oder Beine nach der Operation schneller wieder bewegen, wenn der Schmerz ausgeschaltet ist.

Bei der Verabreichung von Opiaten scheint sich dagegen etwas getan zu haben. Waren es 1987 nur rund 25 Prozent der Anästhesisten, die Opiate zur Behandlung starker Schmerzen einsetzten, sind es laut der aktuellen Umfrage 89 Prozent. Dennoch haben die Mediziner nach wie vor Bedenken, einen Atemstillstand zu induzieren. Dieser lässt sich jedoch durch die richtige Dosierung vermeiden.

 

Erkältung trainiert Immunsystems-Schutztruppe

Gegen die häufigste Infektion des Menschen überhaupt, die akute Nasopharyngitis, sind Impfungen machtlos. Meist sind es Kleinkinder, die die Attacken der viralen Eindringlinge zu spüren bekommen. Kinder bis zu vier Jahren fangen durchschnittlich fünfmal im Jahr eine Virusinfektion ein, ohne dass ein Immundefekt vorhanden wäre. Bis zu 14 Erkrankungen jährlich stufen Pädiater als normal ein. Dagegen müssen sich Schulkinder und Erwachsene durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr mit den lästigen Symptomen herumschlagen. Die banalen Infektionen in den ersten Lebensjahren benötigt das kindliche Immunsystem zur Reifung.

Immunologen schätzen, dass ein Kind rund 10 bis 15 Infektionen der oberen Luftwege durchmachen muss, um eine TH1-Kompetenz zu erwerben, das Handwerkszeug des Immunsystems also, um sich gegen virale oder bakterielle Feinde zur Wehr setzen zu können. Kinder kommen mit einem niedrigen Spiegel an TH1 zur Welt - ganz im Gegensatz zu TH2, dem zweiten Subtyp der T-Helfer-Zellen. Deshalb brauchen sie zunächst einen besonderen immunologischen Schutz, den sie vor der Geburt über die Plazenta in Form von Antikörpern sowie nach der Geburt über die Muttermilch bekommen. Dann muss die TH1-Kapazität aktiv induziert werden, und zwar durch Erkältungen.

TH1 und TH2 haben unterschiedliche Funktionen. Erstere sind für die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen zuständig. Sie werden bei banalen Infekten, aber auch bei Impfungen auf den Plan gerufen. Die TH2 gesteuerte Abwehrlinie ist an der Produktion von IgE sowie anderen Immunglobulinen und damit am Allergiegeschehen beteiligt. In dem bei Geburt vorliegenden TH1/TH2-Ungleichgewicht könnte Allergologen zufolge der Grund dafür liegen, dass Allergien auf dem Vormarsch sind. Warum? Durch die moderne Lebensweise habe das kindliche Immunsystem in den ersten Lebensmonaten nicht ausreichend Gelegenheit, genügend Infekte durchzumachen, um die TH1-Kompetenz aufzubauen. Deshalb bleibt, wie es scheint, immer häufiger TH2 dominant und damit die Prädisposition für Allergien erhalten, so die Vermutung der Allergologen.

Keime in Krabbelgruppen und Kindergärten

Erkältungsviren, allen voran Rhino-, Corona-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-(RS-)Viren, starten ihren Angriff auf Nase und Rachen meist in der nasskalten Jahreszeit. Dieses saisonale Phänomen hängt wohl damit zusammen, dass sich die Menschen häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten und eine Ansteckung leichter möglich ist. Bei Kindern korreliert die Häufigkeit der Nasopharyngitis direkt mit der Häufigkeit der Exposition in Krabbelgruppen, Kindergärten und der Größe der Familie.

Die Viren wandern vermutlich durch das Einatmen virusbeladener Schleimtröpfchen von Kehle zu Kehle; beim Husten oder Niesen werden Tröpfchen mit Milliarden Viren bis zu einem Meter weit geschleudert. Wer die Hand vor Mund und Nase hält, sollte sich diese anschließend gründlich waschen, denn sonst wechseln die Erreger beim nächsten Händeschütteln den Besitzer. Kinder übertragen die Krankheitserreger vermutlich eher über ihre feuchten Finger als durch Niesen. So zeigt eine Studie, dass die Händedesinfektion die Infektionsrate der Mütter signifikant senkt.

Erkältungen setzen Säuglingen stärker zu als älteren Kindern. In der Regel kündigt sich eine Infektion bei Kindern zwischen dem dritten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr mit Fieber an. Ältere Kinder zeigen oft nur erhöhte Temperatur, und Babys jünger als drei Monate sind meist afebril. In Absprache mit dem Arzt wird Fieber über 39 Grad Celsius mit Analgetika gedrückt. Zur Erinnerung: Bei Kindern bis 14 Jahren ist Paracetamol (zum Beispiel Benuron®) Mittel der Wahl, da Acetylsalicylsäure in dringendem Verdacht steht, das Reye-Syndrom auszulösen.

An erster Stelle bei der Therapie der Nasopharyngitis stehen abschwellende Nasentropfen. a-Sympathomimetika mit langer Wirkdauer helfen zuverlässig und erleichtern die Nasenatmung. Das ist besonders für junge Kinder relevant. Tramazolin (zum Beispiel Ellatun®), Oxymetazolin (zum Beispiel Nasivin® sanft) und Xylometazolin (zum Beispiel Olynth®) wirken sechs bis sieben Stunden. Am besten vor dem Schlafengehen einträufeln. Für den Nachwuchs Schnupfen-Präparate in abgestuften Verdünnungen wählen. Am besten Tropfen abgeben, da sie genauer dosiert werden können. Wegen der Gefahr des Rebound-Phänomens sollten die a-Sympathomimetika nicht länger als zehn Tage zum Einsatz kommen; die FDA fordert gar, die Anwendung auf drei Tage zu beschränken. Auch das Einträufeln oder Inhalieren von 0,9-prozentiger Kochsalzlösung hat sich bewährt. Dagegen sind pflanzliche Präparate für die verstopfte Nase des Nachwuchses ungeeignet: Hände weg von Menthol, Cineol, Myrtol oder Campher für Säuglinge und Kleinkinder! Es drohen reflektorischer Glottiskrampf, Bronchospasmus und Asthma-ähnliche Zustände bis hin zum Atemstillstand.

Antibiotika verhindern Komplikationen

Eine häufige Komplikation der Rhinopharyngitis bei Kindern ist die Mittelohrentzündung. Bis zum vierten Lebensjahr haben viele Kinder diese schmerzhafte Ohrenerkrankung mindestens einmal am eigenen Leib erfahren. Meist ist die Otitis media in den ersten drei bis vier Tagen viral bedingt. Die Therapie besteht aus Paracetamol gegen die Schmerzen und das Fieber sowie aus abschwellenden Nasentropfen, da die Rhinopathie die Belüftung der Tube und somit den Sekretabfluss aus dem Mittelohr behindert. Bei einem Drittel der kleinen Patienten sind die Viren Schrittmacher für Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und pyogenes, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis und Staphylococcus aureus. Dann verschlechtert sich der Allgemeinzustand, und das Fieber steigt. Jetzt sind dringend Antibiotika indiziert, um Komplikationen wie Meningitis oder einen Hirnabszess zu vermeiden.

Antibiotika der Wahl sind nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie Amoxicillin mit/ohne Betalaktamasehemmer (zum Beispiel Amoxypen®, Augmentan®), Cephalosporine der zweiten Generation wie Cefuroxim (zum Beispiel Elobact®) oder Loracarbef (zum Beispiel Lorafem®) sowie Makrolide. Haben sich Ohrenschmerzen und Fieber nach zwei bis drei Tagen nicht gebessert, gilt es, ein Antibiotikum mit anderer Struktur zu wählen. Unter den Makroliden kann Azithromycin (zum Beispiel Zithromax®) mit einem besonderen Vorteil aufwarten: Eine Einmal-Therapie mit 200 mg Azithromycin reicht aus, um den Keim zu eliminieren. Diese Ein-Löffel-Therapie entspricht zwar nicht den derzeitigen Empfehlungen der Gebrauchsinformation, die täglich einen Löffel an drei Tagen vorsieht. Doch kann wohl wegen der langen Halbwertszeit die Einmalgabe empfohlen werden. Aus Studien geht hervor, dass mit der Einzeldosis Erfolgsraten von 97 Prozent und mit der Drei-Tages-Therapie Heilungsraten von 98 Prozent erzielt werden.

 

Radiowellen lassen Mandeln schrumpfen

Mit der Somnoplastie, wie die temperaturkontrollierte Radiofrequenztherapie auch genannt wird, lassen sich hyperplastische Tonsillen schonend verkleinern. Vorteil im Vergleich zu operativen Maßnahmen und Laser-Behandlung: Die Somnoplastie verläuft unblutig, ist weniger schmerzhaft und bringt nur einen Tag Klinikaufenthalt. Das neue Verfahren ist für Kinder und Erwachsene geeignet, bei denen die Mandeln nur auf Grund ihrer Größe Probleme machen. So beispielsweise bei Kindern, die nachts Atembeschwerden haben, die schnarchen oder näseln. Auch bei Erwachsenen gehen Schnarchen oder das obstruktive Schlafapnoesyndrom mitunter auf das Konto großer Tonsillen. Jedoch: Chronische Mandelentzündungen, wie sie häufig im Kindesalter vorkommen, sind keine Indikation für die Somnoplastie. Da müssen die Mandeln nach wie vor operativ oder per Laser entfernt werden.

Bei der temperaturkontrollierten Radiofrequenztherapie werden über zwei dünne Nadeln, die in die Tonsillen eingestochen werden, Radiowellen mit einer Frequenz von 465 kHz appliziert. Die Radiowellen erhitzen das Gewebe auf 85 Grad Celsius, wodurch die Zellen um die Einstichstelle devitalisieren. In den folgenden vier Wochen vernarbt und schrumpft das Gewebe, die Schleimhautoberfläche bleibt intakt. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie. Pädiater schätzen die Somnoplastie, weil sie die Mandeln zwar verkleinert, sie aber nicht komplett zerstört. Das ist besonders für Kinder wichtig, da die Tonsillen für die Entwicklung des Immunsystems eine wichtige Rolle spielen. Bei Kindern unter fünf Jahren stellt man die Indikation zur Tonsillektomie sehr zurückhaltend, auch wenn bislang nicht gesichert ist, ob Kinder mit einer frühen Mandeloperation häufiger erkältet sind.

 

Balsam für die Kehle

Die Erkältungsviren haben es nicht nur auf Nase und Rachen abgesehen, meist werden auch die Atemwege in Mitleidenschaft gezogen. Eine Bronchitis schwächt besonders kleine Kinder. Kein Wunder: Bei einem Hustenstoß werden Kräfte von Orkanstärke frei. Bei geschlossenem Kehlkopf wird die Luft von der Atemmuskulatur zusammengepresst. Es entsteht ein Überdruck, der durch plötzliches Öffnen des Kehlkopfes mit 900 km/h entweicht. Die Luft erreicht fast Schallgeschwindigkeit, wenn sie durch Bronchien und Luftröhre tobt. Dabei reißt sie Teile der ödematös geschwollenen Schleimschicht ab und schleudert sie Richtung Mund, der beim Husten automatisch geöffnet wird. Durch diese immense mechanische Gewalt erzeugt Husten Entzündungen der Schleimhaut.

Bei unproduktivem Husten zu Beginn des Infekts sind Antitussiva angezeigt, um die irritierten Atemwege zu beruhigen. Setzt dann die produktive Phase des Hustens ein, sollten sie nur noch abends für eine bessere Nachtruhe eingenommen werden. Tagsüber erleichtert dann ein Expektorans das Abhusten. Welche Arzneistoffe sind zu empfehlen? Codein (zum Beispiel Codicaps®), Dihydrocodein (zum Beispiel Paracodin®), Dextromethorphan (zum Beispiel NeoTussan®), Clobutinol (zum Beispiel Silomat®), Pipazetat (zum Beispiel Selvigon®), Dropropizin (zum Beispiel Larylin®) oder Pentoxyverin (zum Beispiel Sedotussin®) stillen zuverlässig den Hustenreiz. In der Selbstmedikation rät Professor Dr. Dietrich Hofmann vom Zentrum für Kinderheilkunde der Universitätsklinik in Frankfurt zu Dextromethorphan-haltigen Hustenblockern. Clobutinol wertete er auf einer Fortbildungsveranstaltung der Landesapothekerkammer Hessen als nicht ebenbürtig. 803 niedergelassene Kinderärzte scheinen das anders zu sehen. In einer Umfrage schätzten sie Clobutinol dem Codein als äquivalent ein, aber ohne dessen Nebenwirkungen. Unbestreitbarer Pluspunkt von Clobutinol: Als einzige der monographierten antitussiven Substanzen ist Clobutinol für die Behandlung von Säuglingen schon in den ersten Lebenswochen zugelassen.

Sobald der Husten serös wird, empfiehlt Hofmann, Expektoranzien einzusetzen. Neben Ambroxol (zum Beispiel Mucosolvan®), Bromhexin (zum Beispiel Bronchicum®) und Acetylcystein (zum Beispiel Fluimucil®) haben sich für Kinder vor allem Phytopharmaka wie Thymian- (zum Beispiel Aspecton®) und Efeuextrakte (zum Beispiel Prospan®) bewährt. Bei sehr kleinen Kindern haben die Eltern mit der Applikation weniger Last, wenn die Präparate als Zäpfchen zur Verfügung stehen. Die Saponin-haltigen Efeuextrakte haben auch in Zäpfchen-Form ihre Wirkung in validen Studien bewiesen.

Kruppsyndrom: Krampf im Kehlkopf

Knapp zehn Prozent der Säuglinge und Kleinkinder haben eine besondere Form des Hustens, den Pseudokrupp - ein Husten, bei denen es den Eltern Angst und Bange wird. Die Symptome: Abends oder nachts kommt es nach einigen Stunden Schlaf wie aus heiterem Himmel zu rauhem, bellendem Husten mit Atemnot und lautem, ziehendem Einatmen (Stridor). Die Kinder erwachen, spüren die Atemnot und bekommen Angst. Den echten Krupp kennt man als Symptom der Diphtherie. Treten die Beschwerden auf, ohne dass der einstige "Würgeengel der Kinder" der Auslöser ist, spricht man vom Pseudokrupp oder vom Kruppsyndrom. Die Ursachen? In weitaus mehr als der Hälfte der Fälle finden sich Parainfluenza-, seltener auch RS- oder Influenzaviren. Meist waren einige Tage vorher schon Zeichen einer leichten Erkältung auszumachen.

Die Tatsache, dass der Kehlkopf beim Kleinkind noch deutlich höher steht, ist vermutlich mit der Krankheit assoziiert. Infektionen können sich leichter festsetzen und die Atemnot vorantreiben. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Kehlkopfspalt winzig klein. Durch die geschwollene Schleimhaut während eines Infektes ist der Spalt noch enger und droht zu verschließen. Man stelle sich vor: Die gesamte Atemluft, die auch beim Säugling eine Alveolarfläche von 30 bis 40 m3 zu ventilieren hat, muss einem Flaschenhals gleich durch die engste Stelle der Atemwege im Glottis-/Subglottisbereich hindurch gepresst werden. Kommen hier noch zusätzliche Schleimmengen und Ödeme als Obstruktionsfaktoren hinzu, so ist eine lebensbedrohliche Atemnot schnell erreicht. Bei Schulkindern verschwindet die Symptomatik üblicherweise. In den letzten Jahren wurde heftig diskutiert, ob Schadstoffe in der Atemluft womöglich vermehrt Pseudokrupp induzieren können. In der Tat scheint es eine Untergruppe der kleinen Krupp-Patienten zu geben, deren Atemwegsschleimhaut zusätzlich hyperreagibel ist. Diese reagieren dann sofort mit einem Anfall bei nasskaltem Wetter, verschmutzter Luft oder Tabakrauch. Hier empfehlen sich regelmäßige Aufenthalte an der See oder im Gebirge. Aus bislang nicht bekannten Gründen erkranken Jungen häufiger als Mädchen.

Die Therapie ist abhängig vom Schweregrad der Dyspnoe. Bei leichteren Beschwerden lohnt sich der Versuch, sich mit dem Kind ins Badezimmer zu setzen und die Dusche aufzudrehen. Noch besser ist ein Spaziergang; die kühle und feuchte Nachtluft führt zu einem Abschwellen der Schleimhaut. Zusätzlich werden die kleinen Patienten mit Sekretolytika wie Ambroxol und Acetylcystein sowie Sedativa wie Chloralhydrat (Chloraldurat®) oder Diazepam (zum Beispiel Valium®) behandelt. Sind die Anfälle heftig, darf mit der stationären Einweisung nicht gezögert werden. Auch in der Klinik ist die Beruhigung des Kindes das A und O. Neben Maßnahmen zur Sekretverflüssigung hat sich die Gabe von Glucocorticoiden bewährt. Studien belegen, dass der Verlauf und die Schwere der Erkrankung durch die einmalige Injektion von Dexamethason positiv beeinflusst werden.

Lautloser Tod im Kinderbettchen

So starke Schwierigkeiten beim Atmen, dass es das Leben kostete, hatten Kinder, die am plötzlichen Kindstod (SIDS, Sudden infant death syndrome) gestorben sind. SIDS ist die häufigste Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr. Rund 600 Kinder sterben in Deutschland jedes Jahr diesen stillen, unerwarteten Tod. Zwar sind einige Risikofaktoren bekannt, aber was sich genau abspielt, blieb letztendlich ein Rätsel. Wissenschaftler der Universität Washington in Seattle haben mit einer im April publizierten Studie Licht ins Dunkel gebracht. Sie sind der Meinung, dass Wärmestress der wesentliche pathogenetische Faktor für SIDS ist. Wärmeregulation und Atmungskontrolle seien eng miteinander korreliert. Als Wärmestress definierten die Pädiater Umstände, die zwar den kindlichen Organismus belasten, die aber nicht die Körperkerntemperatur erhöhen.

Als gemeinsamer Nenner ihrer epidemiologischen Analyse kristallisierte sich heraus, dass die meisten Faktoren, die bisher als Ursachen für den plötzlichen Tod wegen einer Atmungsbehinderung gegolten hatten, letztlich auch durch Wärmestress erklärt werden können. So ist das Schlafen in Bauchlage nach Erklärung der Pädiater deshalb gefährlich, weil über die Rückenoberfläche weniger Wärme abgegeben werden kann als über die ventrale; so komme es zum Wärmestress. Auch eine Bettdecke über dem Kopf, Schaffelle, zu weiche Matratzen oder Schlafen im elterlichen Bett können nicht nur die Atmung einschränken, sondern die Wärme stauen. Ebenso können weitere SIDS-Risikofaktoren wie leichte fiebrige Infektionen, zu hohe Schlafzimmertemperaturen, zu warme Kleidung im Bett sowie Passivrauchen logisch durch eine Hyperthermie erklärt werden. Die Erklärung der Wissenschaftler: Nikotin wirke vasokonstriktiv, und der herabgesetzte Blutfluss könne die Wärmeabgabe behindern. Bei Kindern von Rauchern habe man erhöhte rektale Temperaturen nachgewiesen. Zudem hätten Studien gezeigt, dass Wärmestress bei Infektionen Apnoen verlängert.

Derzeit läuft eine deutschlandweite Multicenterstudie, bei der 600 SIDS-Fälle genau unter die Lupe genommen werden. Erste Teilergebnisse bestätigen die Behauptung der amerikanischen Pädiater, dass eine Hyperthermie und Hypoxie im SIDS-Geschehen eine wesentliche Rolle spielen. Bei SIDS-Kindern war die Temperatur im Raum, in dem sie gestorben sind, um durchschnittlich zwei Grad höher, die Decke schwerer und ein Kopfkissen mehr als doppelt so häufig im Bettchen zu finden gewesen als bei den noch lebenden Kindern. Annähernd die Hälfte der Säuglinge hat vor dem Tod geschwitzt, in der Kontrollgruppe haben dies nur neun Prozent. Zudem ist jedes zweite SIDS-Kind mit zugedeckter Nase und Mund gefunden worden. Bei Kindern der Kontrollgruppe war das nur bei einem Prozent der Fall. Die Zwischenergebnisse der deutschen Multicenterstudie konnten auch mit einem Vorurteil aufräumen. Der Verdacht, dass Impfungen das SIDS-Risiko erhöhen, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Die Kinder der Kontrollgruppe waren sogar häufiger geimpft als die verstorbenen.

Professor Dr. Christian Poets von der pädiatrischen Pneumologie der Medizinischen Hochschule in Hannover gab auf der letztjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde in Stuttgart Eltern zur SIDS-Vermeidung folgende Tipps, die sich auch für das Beratungsgespräch in der Offizin eignen:

  • Das Kind zum Schlafen auf den Rücken legen.
  • Kinder nicht im elterlichen Bett schlafen lassen.
  • Für eine rauchfreie Umgebung sorgen.
  • So lange wie möglich stillen.
  • Raumtemperaturen von 16 bis 18 Grad Celsius sind ideal zum Schlafen. Eine dünne Decke oder ein Schlafsack reichen aus, Kissen gehören nicht ins Säuglingsbett. Fühlt sich die Haut zwischen den Schulterblättern warm, aber nicht verschwitzt an, ist es dem Kind weder zu warm noch zu kalt.
  • Darauf achten, dass der Kopf nicht unter die Decke rutschen kann. Nach den Ausführungen Poets ist ein in den Niederlanden verbreiteter Schlafsack ideal, den man seitlich am Bettchen festbinden kann. Spekulation: Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die SIDS-Raten in den Niederlanden weltweit die niedrigsten sind.

Gesundheit auf dem Prüfstand

Der Gesundheit auf der Spur ist das RKI. Bis zum Jahr 2005 wird es eine umfassende Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ausführen. Ziel ist es, bundesweit vergleichbare Daten über die Verbreitung von Krankheiten, gesundheitsbeeinflussende Verhaltensweisen und umweltbedingte Belastungen der unter 18-Jährigen zu erhalten. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um gezielte Präventionsmaßnahmen und gesundheits- und umweltpolitische Entscheidungen einzuleiten. Ergebnisse, über die die PZ sicherlich berichten wird.

 

Literatur

  1. Bremerich, D. H., Schmerztherapie bei Operationen im Kindesalter. Der Anästhesist 50 (2001) 102.
  2. Epidemiologisches Bulletin 28/2001, Impfempfehlungen der STIKO am Robert Koch-Institut, Berlin. Stand Juli 2001
  3. Epidemiologisches Bulletin 29/2001, Zu den Neuerungen in den Impfempfehlungen der STIKO, Robert Koch-Institut, Berlin
  4. Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 01/00, Schutzimpfungen, Robert Koch-Institut, Berlin.
  5. Guntheroth, Spiers, Ursachen des plötzlichen Kindstods. Paediatrics 107/4 (2001) 693.
  6. Hexavac®, Einführungspressekonferenz von Aventis Pasteur MSD, Frankfurt am Main, 28.9.2000.
  7. Hofmann, D., Syndrome der unteren Atemwege und Erkältungskrankheiten bei Kindern. Aus: Tyrrell, D. A. J., Erkältungskrankheiten, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York 1996.
  8. Hofmann, F., Geimpft. Geschützt. Gesund. Ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg 1998.
  9. Infanrix hexa®, Basisinformation der Firma SmithKline Beecham.
  10. Informationen zum plötzlichen Kindstod unter www.kinderschlaflabor.de/information/der_ploetzliche_kindstod.html
  11. Informationen zur Somnoplastie unter www.curative.net/somnoplasty
  12. Keudel, H., Kinderkrankheiten erkennen, behandeln und vorbeugen. Gräfe und Unzer Verlag, München 2000.
  13. Kries, R. von, Impfdaten während des ersten Lebensjahres. Mschr. Kinderhlk. 149 (2001) S. 367.
  14. Mucosolvan®, Presseunterlagen zur Pressekonferenz Husten: Schutzreflex oder Krankheitszeichen? Boehringer Ingelheim, Comer See, 2.9.2000
  15. Schmitt, H.-J., Hülße, C., Raue, W., Schutzimpfungen 2000. Infomed Medizinische Verlagsgesellschaft, Berlin 1999.
  16. Zielen, S., Akute Nasopharyngitis bei Kindern. Aus: Tyrrell, D. A. J., Erkältungskrankheiten, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York 1996.

 

Die Autorin

Elke Wolf studierte Pharmazie in Frankfurt. Die Approbation als Apothekerin erfolgte 1995 im Anschluss an das praktische Jahr in der Apotheke Esser in Rödermark/Hessen und in der pharmazeutischen Industrie bei der damaligen Sandoz AG in Nürnberg. Nach einem Praktikum während des Studiums und einem Volontariat bei der Pharmazeutischen Zeitung ist sie seit 1997 als freie Journalistin tätig. Die PZ-Leser kennen Frau Wolf seither als Autorin zahlreicher spannender Titelbeiträge.

 

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