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29.07.2002
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Politikticker

Gegen Wahlleistungen

Die Thüringer Landesärztekammer warnt vor einem Abbau der solidarischen Krankenversicherung nach der Bundestagswahl. „Ohne Strukturveränderungen im Gesundheitswesen wird es nicht gehen, diese dürfen jedoch nicht zu einer hemmungslosen Privatisierung und zur Ausgrenzung der besonders schwachen Gruppen führen“, sagte Kammerpräsident Eggert Beleites. Die viel diskutierte Einführung von Vertrags- und Wahlleistungen bei medizinischen Behandlungen halte er für sehr problematisch. Das Prinzip Wahlleistung sei in den meisten medizinischen Bereichen überhaupt nicht machbar, sagte Beleites. dpa

Unsozial

Die IG Metall hat die Vorschläge des CSU-Sozialexperten Horst Seehofer zur Krankenversicherung als zu teuer und unsozial kritisiert. „«Was hier unter der Überschrift mehr Freiheit und Selbstbestimmung daherkommt, hätte fatale Folgen für die Finanzsituation und die Versorgungsqualität im deutschen Gesundheitssystem“, sagte der Geschäftsführer des Gewerkschaftsvorstands, Horst Schmitthenner, in Frankfurt. Junge und gesunde Versicherte könnten damit ihren solidarischen Beitrag zum Gesundheitssystem senken. Die Folge wären Einnahmeausfälle in der gesetzlichen Krankenversicherung - die über sinkende Leistungen oder mehr Belastung für chronisch Kranke kompensiert werden müssten, sagte Schmitthenner. dpa

Vermeintliche Wundermittel

Nach Informationen der Landesapothekerkammer Thüringen werden auf Kaffeefahrten immer häufiger angebliche Wundermittel gegen Krebs, Diabetes oder Neurodermitis verkauft. In der Regel handele es sich dabei um Nahrungsergänzungsmittel, sagt Danny Neidel, Leiter der Arzneimittelinformationsstelle der Apothekerkammer. Skrupellose Geschäftemacher täuschten die Patienten, um ihnen Produkte, die für die Behandlung ungeeignet sind, zu weit überhöhten Preisen zu verkaufen. PZ ´Top

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