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Politikticker - Archiv

07.05.2001
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Politikticker

Ärzte für Positivliste

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt vor einer Verschiebung der Positivliste. Die Liste sei ein wirksames Mittel gegen das "irrationale Verordnen" von Arzneimitteln, sagte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission, Professor Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen in einem Interview mit dem AOK-Magazin "Gesundheit und Gesellschaft". Eine überschaubare Liste zweckmäßiger Arzneimittel verschaffe den Ärzten mehr Sicherheit und Eigenständigkeit gegenüber der Pharmazeutischen Industrie, sagte Müller-Oerlinghausen. Er kritisierte die Aktionen von Pharmaverbänden gegen die Positivliste. PZ

Verteidigung

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat ihre Pläne zur kurzfristigen Eindämmung des Kassenwechsels verteidigt. Man habe nichts unter der Decke gehalten, betonte sie am Dienstag in der ARD. Dass der Stichtag 30. September für einen Krankenkassenwechsel wegfallen solle, habe man bereits im März bei einem Treffen mit Vertretern aller Krankenkassen vereinbart und sei also seitdem bekannt. Union, Betriebskrankenkassen (BKK) und Verbraucherverbände hatten ihr am Montag in Berlin ein "überfallartiges Vorgehen" und eine "Nacht- und Nebel-Aktion" vorgeworfen. dpa

Vernachlässigte Infektiologie

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie fordert die Einrichtung des Fachgebietes Klinische Infektiologie. "In diesem Bereich ist die internationale Entwicklung der letzten Jahrzehnte an Deutschland fast spurlos vorübergegangen", beklagt Professor Dr. Frank-Detlef Goebel von der Universität München in einer Presseerklärung anlässlich des 6. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin Anfang Mai in Leipzig. Die Lücke im Bedarf an Forschung, Lehre und Krankenversorgung werde immer größer. PZ

Anonyme Geburt

Die katholische Laienorganisation Donum Vitae will verzweifelten schwangeren Frauen mit einem neuen Projekt einen Ausweg zur Geburt ihres Kindes bieten. Im Saarland wurde dazu in Zusammenarbeit mit zwei Kliniken ein Angebot für "betreute anonyme Geburten" geschaffen. Schwangeren Frauen, die sich nicht in der Lage sehen, ihr Kind zu behalten, können sich im Rahmen dieses Projekts anonym an Donum Vitae wenden. dpa

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