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Politikticker - Archiv

30.04.2001
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Politikticker

Strenge Kontrollen

Giftexperten wollen mit strengen Kontrollen der Sterbebegleitung versteckte Morde verhindern. Die Begleitung solle nur in speziellen Einrichtungen wie Hospizen und unter Aufsicht unabhängiger Ärzte möglich sein, erklärte die Gesellschaft für Forensische und Toxikologische Chemie. Die seit kurzem in den Niederlanden erlaubte aktive Sterbehilfe berge die Gefahr eines Missbrauchs. Von 4500 Fällen aktiver Sterbehilfe in den Niederlanden in den vergangenen Jahren seien 1000 in einer Grauzone angesiedelt, die "mehrdeutige Annahmen" zuließen. dpa

Teure Folgen

In Deutschland werden jährlich 44 Milliarden Mark für die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Haltungs- und Bewegungsorgane ausgegeben. Angesichts dieser hoher Kosten forderte der Präsident der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden, Günther Finkbeiner (Blieskastel), einen Ausbau der Vorsorge. Die meisten vorzeitigen Rentenfälle seien auf Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane zurückzuführen. Den Folgekosten von zehn Milliarden Mark stehe ein Versorgungsgrad von nur 20 Prozent gegenüber. 80 Prozent aller Osteoporose-Patienten seien weder diagnostiziert noch behandelt. Während sich die jährlichen Kosten für medikamentöse Behandlung auf 300 Millionen Mark belaufen, macht im vertragsärztlichen Bereich die Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie) nur 30 Millionen Mark an Honoraren aus. dpa

Behandlungsfehler

Für ärztliche Kunstfehler mit tragischen Folgen soll eine Essener Klinik 2,5 Millionen Mark Abfindung an einen inzwischen acht Jahre alten Jungen zahlen. Einen entsprechenden Vergleichsvorschlag machte das Oberlandesgericht (OLG) Hamm am Mittwoch bei einem Berufungsprozess (3 U 156/00). Das Kind war in der Klinik schwerst hirngeschädigt zur Welt gekommen und ist körperlich und geistig behindert. Ein Gutachten hatte den Ärzten grobe Behandlungsfehler vorgeworfen. dpa

Angst vor BSE

Mehr als 60 Prozent der Deutschen sehen BSE ein Risiko für ihre eigene Gesundheit. Dagegen messen 34 Prozent dem Erreger der Tierkrankheit keine besondere Bedeutung bei. Das ergab eine Umfrage des Bielefelder Meinungsforschungsinstituts Emnid unter 1000 Personen. Lediglich 13 Prozent der Befragten wollten künftig auf Fleisch verzichten und auf vegetarische Kost umsteigen. dpa

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