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Johannes Metzger ist neuer BAK-Präsident

27.11.2000  00:00 Uhr

Johannes Metzger ist neuer BAK-Präsident

von Gisela Stieve, Eschborn

Hochspannung herrschte im Plenarsaal des Deutschen Apothekerhauses in Eschborn, als das Stimmenergebnis zur Wahl des Präsidenten der Bundesapothekerkammer (BAK) bekannt gegeben wurde. Gegen den amtierenden Präsidenten Dr. Hartmut Schmall kandidierte Johannes Metzger, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer, für das Amt. Mit 75 Prozent der Stimmen ist er zum neuen Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Apothekerkammern gewählt worden. Metzger steht nach eigenen Angaben für eine starke Ordnungspolitik und tritt entschlossen jedweder Beliebigkeit entgegen. Die Apothekerschaft habe eine starke Position, die sie in keinem Punkt aufzugeben braucht, so der neue BAK-Präsident.

Als Vizepräsident ist Hans Knoll, Präsident der Landesapothekerkammer Sachsen gewählt worden. Ihm gab die Mitgliederversammlung 81 Prozent der Stimmen. Der bisherige Vizepräsident Dr. Hermann Vogel, Ehrenpräsident der Bayerischen Landesapothekerkammer, stand nicht mehr für das Amt zur Verfügung.

Als Beisitzerin ist Karin Wahl, Präsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, mit 86 Prozent der Stimmen gewählt worden. Dem Geschäftsführenden Vorstand gehören außerdem als Vertreterin der angestellten Apotheker Antonie Marqwardt von der Hamburger Apothekerkammer an. Sie konnte 92 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Als Gegenkandidatin war die Vizepräsidentin der LAK Baden-Württemberg, Karin Graf, angetreten. Die Mitgliederversammlung hat Dr. Bernd Pietzner, Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, 100 Prozent der Stimmen gegeben. Er ist Krankenhausapotheker und wird diesen Zweig der Pharmazie im BAK-Vorstand vertreten. Magdalene Linz sowie Dr. Franz-Josef Schulte-Löbbert hatten nicht mehr für einen Sitz im BAK-Vorstand kandidiert.

Rückblick

Vor den Wahlgängen warf Dr. Hartmut Schmall einen Rückblick auf eine "äußerst erfolgreiche Wahlperiode". Mit Freude und Stolz erfüllte ihn in erster Linie, dass auf Initiative der BAK in den vergangenen acht Jahren die Ausbildungen aller Apothekenberufe aktualisiert worden sind. Dies trage dem Wandel der Berufsbilder und der Tätigkeiten Rechnung. Besonders die am 1. Oktober 2001 in Kraft tretende neue Approbationsordnung für Apotheker enthalte wesentliche Forderungen der BAK. So eine Intensivierung der theoretischen Lehrveranstaltungen, vor allem zu Gunsten der Seminare, eine Intensivierung der medizinisch-pharmakologischen Grundlagenfächer, die Einführung der Klinischen Pharmazie nicht nur als Ausbildungsinhalt, sondern als fünftes und eigenständiges Prüfungsfach des Zweiten Prüfungsabschnittes, eine Aktualisierung der Prüfungsstoffkataloge auch des Dritten Ausbildungsabschnittes sowie die Möglichkeit, drei Monate der sechsmonatigen praktischen Ausbildung in einer Krankenhausapotheke auch auf Station absolvieren zu können.

Erfreuliches berichtete der BAK-Präsident von der Entwicklung der Fort- und Weiterbildung. Insbesondere in Sachen Qualitätssicherung sei ein Durchbruch gelungen. Die Erarbeitung der Mustersatzung für das Qualitätsmanagementsystem der Deutschen Apotheken als Empfehlung für die Satzungen der einzelnen Kammern war im Dezember 1999 verabschiedet worden. Mittlerweile seien 12 Leitlinien zur Qualitätssicherung zu den Themen Herstellung und Prüfung der Arzneimittel in der Apotheke, Information und Beratung, Pharmazeutische Betreuung und Blutuntersuchungen verabschiedet worden.

Obwohl die Pharmazeutische Betreuung eigentlich ein ABDA-Thema sei, fühle sich die BAK hier federführend. Die Hamburger Asthma-Studie habe gezeigt, dass der Betreuungsbedarf der chronisch kranken Patienten groß sei. Pharmazeutische Betreuung werde angenommen, da sich der Gesundheitszustand der Betreuten verbessert. Die Studie habe auch gezeigt, dass Pharmazeutische Betreuung in den Apotheken umsetzbar sei.

Im Hinblick auf die Absicht des Bundesgesundheitsministeriums, die "Bibel der Pharmazeuten", die Apothekenbetriebsordnung zu novellieren, hat die BAK Vorschläge erarbeitet, die der BAK-Mitgliederversammlung zur Information und internen Diskussion vorliegen.

Satzungsänderungen beschlossen

Ebenfalls vor den Wahlen hatte die Mitgliederversammlung einstimmig den Antrag der Landesapothekerkammer Brandenburg auf Satzungsänderung angenommen. Der § 6 Abs.4 lautet nun: "Die Stimmenverteilung in der Mitgliederversammlung ist folgende: Auf jede Apothekerkammer entfallen zehn Grundstimmen, ferner auf je 350 Apothekerinnen und Apotheker jeder Kammer eine weitere Stimme. Bei der Berechnung der Stimmen werden angebrochene 350 als volle 350 gezählt, sofern die Zahl 175 überschritten ist. Stichtag für die Stimmenberechnung ist der 1. Januar eines jeden Jahres." Die Satzungsänderung tritt mit der Annahme des Beschlusses in Kraft. Wie Kammerpräsident Dr. Jürgen Kögel erläuterte, dient diese Satzungsänderung der Stärkung der föderalen Struktur der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Apothekerkammern.

Angenommen wurde der Antrag der Kammern Hessen, Niedersachsen und Sachsen, wonach Personenwahlen bei der BAK geheim zu erfolgen haben.

In einem weiteren Schritt ist die Satzung redaktionell um Begriffe wie West-Berlin, die aus einer Zeit vor der Wiedervereinigung stammen bereinigt worden.  Top

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