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Deutsche wollen keine recycelte Arznei

20.09.2004
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Deutsche wollen keine recycelte Arznei

ABDA  Rund die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) ist grundsätzlich gegen die Wiederverwendung von Arzneimitteln. Weitere 33 Prozent stimmen einer Einnahme von Arzneimitteln aus zurückgegebenen Packungen nur dann zu, wenn sie vorher genau untersucht würden. „Eine bedenkenlose Wiederverwendung von Arzneimitteln lehnen auch die Apotheker aus Gründen des Verbraucherschutzes ab“, sagte Johannes M. Metzger, Präsident der Bundesapothekerkammer. „Der Gesetzgeber ist hier eindeutig. Ein Arzneimittel-Recycling ist in Deutschland und dem EU-Ausland verboten.“

Im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hatte das Marktforschungsunternehmen forsa im Mai telefonisch 1010 Bürger befragt. Metzger: „Wenn Arzneimittel wieder verwendet werden sollen, ist neben der richtigen Lagerung vor allem die Frage der Haftung zu klären. Zu einem konstruktiven Dialog sind wir jederzeit bereit.“ Die Produkthaftung des Herstellers bezieht sich nur auf die erste Abgabe an einen Patienten, nicht an eine Wiederverwendung.

Nur 17 Prozent der Befragten waren in der Umfrage bereit, zurückgegebene Arzneimittel ohne vorherige Prüfung einzunehmen. „Im Vordergrund sollte nicht die Wiederverwendung, sondern die Vermeidung von Arzneimittelmüll stehen. Neben einem ökonomischen Verordnungsverhalten der Ärzte kann durch geeignete Zuzahlungsregelungen die Zahl der nicht genutzten Arzneimittel reduziert werden. Durch unsere Beratungsoffensive wollen wir Kunden noch besser als bisher über den Nutzen der verordneten Arzneimittel aufklären und Unsicherheiten ausräumen“, sagte Metzger. Top

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