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Versender in den Startlöchern

04.08.2003
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Versender in den Startlöchern

von Daniel Rücker, Eschborn

Gesundheitsscout24 will in den Versandhandel mit Arzneimitteln einsteigen. Zusammen mit der Saluber PBM und der Berg-Apotheke Tecklenburg bietet der Gesundheitsdienstleister demnächst „Versorgungskonzepte für Patienten mit planbarem Versorgungsbedarf“ an.

Dabei will Gesundheitsscout24 sich auf die telefonische und internetgestütze Beratung der Patienten konzentrieren. Apotheker und Fachärzte stünden bereit, medizinische Fragen zu beantworten. Geschäftsführer Dieter Zocholl glaubt offensichtlich, dass Internet und Telefon dem direkten Kontakt mit dem Patienten überlegen sind: „Die Kooperation wird belegen, dass wir durch den Einsatz der neuen Medien und modernster technischer Infrastruktur Patienten noch besser bei der Bewältigung ihrer Krankheit helfen können.“

Die beiden anderen Kooperationspartner sind in der Apothekerschaft zumindest alte Bekannte, vielleicht nicht unbedingt gute. Die Saluber Pharmaceutical Benefit Management AG wird geleitet von Dr. Thomas Kerckhoff. Er machte sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Deutscher Türöffner für die Schweizer Versandapotheker Mediservice und als Initiator des Bundesverbandes der VersandapothekerInnen (BVDVA). In diesem Verband scharte er eine kleine Zahl interessierter Apotheker um sich, mit dem Ziel nach einer Freigabe des Arzneiversandes ein wesentliches Stück des Kuchens zu ergattern.

Aus dem BVDVA stammt auch der Dritte im Bunde, Apotheker Paul Christoph Dörr, Inhaber der Berg-Apotheke in Tecklenburg. Auf Grund seiner jahrelangen Erfahrungen als bundesweiter Impfstoff- und Sprechstundenbedarf-Versender soll er dafür sorgen, dass die Arzneimittel zum chronisch Kranken gelangen. Wie aus einer gemeinsamen Pressemeldung hervorgeht, hält es auch Dörr für möglich, chronisch Kranke über größere Entfernungen pharmazeutisch zu beraten und versorgen.

Die Saluber PBM AG will im Stil eines amerikanischen Pharmaceutical Benefit Managers im Geschäft mitmischen. Ziel des Unternehmens sei es, Managed-Care-Ansätze zu nutzen, um die Über-, Unter- und Fehlversorgung der Patienten mit Arzneimitteln zu vermeiden. In Kooperation mit der Berg-Apotheke will Kerckhoffs Firma die Arzneimittellieferungen an Patienten, Ärzte, ambulante Gesundheitszentren und ambulante Pflegedienste organisieren. Auf diese Weise sollen die Distributionskosten gesenkt werden. Erfahrungen in den USA zeigen allerdings, dass dies kein zwangsläufiges Ergebnis von PBMs ist. Top

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