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Gebremster Anstieg

02.07.2001
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ARZNEIMITTELAUSGABEN

Gebremster Anstieg

PZ/ABDA  Nach Angaben der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung im Mai 2001 um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Im April waren es noch 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Hochgerechnet auf das Gesamtjahr ergibt sich aus der bisherigen Ausgabenentwicklung im Jahr 2001 ein Anstieg von 8,4 Prozent auf rund 40 Milliarden DM. Etwa 1 Prozent davon resultiert aus der gestiegenen Zahl von Zuzahlungsbefreiungen, die die Patienten entlasten, aber Mehrausgaben für die Krankenkassen bedeuten. Der verbleibende Anstieg von 7,4 Prozent, der etwa 2 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegt, erklärt sich insbesondere durch zwei Faktoren:

In einer Vielzahl von Indikationsgebieten (Aids, Demenz, Diabetes, Krebs, Parkinson, Morbus Crohn, Transplantationsnachsorge, Schmerzbehandlung et cetera) stehen neue, innovative Arzneimittel zur Verfügung, die auch in der GKV-Versorgung genutzt werden müssen, wenn die Versicherten nach dem Stand der medizinischen Erkenntnis therapiert werden sollen.

Unter dem Druck der Arzneimittelbudgetierung sind therapeutische Erfordernisse offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt worden, was auch nachhaltige Proteste maßgeblicher Patientenselbsthilfeorganisationen über Unterversorgungen in der Arzneimitteltherapie belegen. Nicht ohne Grund hat die Regierungskoalition den Entwurf für den Arzneimittelbudget-Ablösungsgesetzentwurf in den Bundestag eingebracht.

Professor Dr. Rainer Braun, Hauptgeschäftsführer der ABDA wies am Freitag darauf hin, dass die Ausgabensteigerungen in Deutschland immer noch deutlich unterhalb des internationalen Durchschnitts von über 11 Prozent liegen. Es sei völlig unverständlich, so Braun, dass in Deutschland die Arzneimittel für Menschen mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent belastet werden, während Fütterungsarzneimittel für Tiere nur dem reduzierten Satz von 7 Prozent unterliegen. Würde in Deutschland - wie sonst in der Europäischen Union - für Arzneimittel nur der reduzierte Mehrwertsteuersatz angewandt, würde die Arzneimittelrechnung der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2001 um mehr als 3 Milliarden DM geringer ausfallen. "Diese Absenkung ist überfällig", betonte Braun. Top

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