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Versicherte wollen Zuzahlungserstattung

03.05.2004
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Bonusprogramme

Versicherte wollen Zuzahlungserstattung

von Patrick Hollstein, Berlin

Seit Januar können Krankenkassen offiziell Bonusprogramme für Prävention und Gesundheitsförderung anbieten. Vergleichsanalysen sollen in einigen Jahren die tatsächlichen Auswirkungen solcher Anreize auf die Krankheitskosten ermitteln. Die Gmünder Ersatzkasse (GEK) hat wenige Monate nach der Initiierung des „Smile-Kontos“ die teilnehmenden Versicherten nach ihren Erfahrungen befragt.

Bei der Prävention komme der GEK als gesetzlicher Krankenkasse eine Lotsenfunktion für ihre Versicherten zu, erklärte Dieter Hebel, Vorstandsvorsitzender der GEK. Mit 160.000 Versicherten hätten sich seit Januar 12 Prozent der GEK-Mitglieder in das Bonusprogramm eingeschrieben. 500 Teilnehmer hat das Unternehmen ServiceBarometer im Auftrag der GEK zu ihren ersten Erfahrungen mit dem Bonusprogramm befragt.

Gesundheitsförderung entscheidend

Für die Teilnahme am „Smile-Konto“ seien im Wesentlichen gesundheitsbezogene Aspekte verantwortlich, erklärte Dr. Matthias Metje von ServiceBarometer. 53 Prozent der Befragten hätten die Förderung der eigenen Gesundheit als entscheidenden Anreiz zur Einschreibung in das Bonusprogramm genannt. Lediglich elf Prozent nähmen ausschließlich wegen der Kostenreduzierung teil.

Vor allem bei älteren Versicherten sei das Interesse an Gesundheitsförderung überdurchschnittlich hoch, sagte Metje. Im Durchschnitt habe knapp jeder dritte Smile-Kontoinhaber das Vorsorgeangebot der Kasse tatsächlich in Anspruch genommen.

Maßnahmen zur Früherkennung von Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten stünden ganz oben auf der Liste der bereits genutzten oder demnächst geplanten Serviceleistungen, erklärte Metje weiter. Als Prämien entschieden sich 63 Prozent der Befragten für eine Erstattung der Zuzahlung. Lediglich 17 Prozent der Teilnehmer interessierten sich für eine Sachprämie.

Insgesamt hätten 80 Prozent dem Bonusprogramm der GEK einen motivierenden Effekt zur aktiven Gestaltung der eigenen Gesundheit attestiert. Vor allem auf eine fettarme Ernährung wollen die bereits überwiegend gesundheitsbewussten Versicherten laut Metje in Zukunft mehr Wert legen.

Allerdings kritisierten die Teilnehmer zum Teil das Verfahren des Punktesammelns sowie das Fehlen von Anreizen für gesundheitsbewusstes Verhalten in der Vergangenheit. GEK-Chef Hebel will in Zukunft Strategien entwickeln, um auch jüngere und weniger motivierte Versicherte in das Bonusprogramm einzubinden. Top

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