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EU will gemeinsame Versicherungskarte forcieren

17.03.2003
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EU will gemeinsame Versicherungskarte forcieren

von Christian Lahm, Berlin/Brüssel

Weniger Missbrauch, mehr berufliche Mobilität, schnellere grenzüberschreitende Abrechnung, keine Lauferei nach Auslandskrankenscheinen: Das verspricht eine neue einheitliche europäische Krankenversicherungskarte.

Sie soll ab 2004 zunächst als nicht-elektronische Version in der EU eingeführt, aber bereits ab 2006 mit Chip ausgestattet werden. Und: Künftig sollen “alle medizinischen Leistungen“ im Ausland von der Krankenkasse bezahlt werden. Auf Letzteres haben sich die EU-Gesundheitsminister laut Brüssel bereits geeinigt.

Die Europäische Kommission will die Karteneinführung den EU-Staats- und Regierungschefs beim Brüsseler Frühjahrsgipfel am 21. März vorschlagen. Wann die elektronische Chipkarte allerdings flächendeckend in der Gemeinschaft eingeführt sein wird, ist noch offen.

Die neue computerlesbare europäischen Krankenversicherungskarte wird mit dem in Deutschland für 2006 ohnehin geplanten elektronischen Gesundheitspass kompatibel sein. Anders als die heutige Krankenversicherungskarte soll der Pass neben elektronischer Rezept- und Arztbrieffunktion einen Notfallspeicher mit den wichtigsten Versichertendaten enthalten.

Brüssel will mit der zügigen Einführung der Chipkarten Druck auf zögerliche Mitgliedsstaaten ausüben. Während Belgien, Deutschland, Frankreich und Spanien längst mit Chipkarten arbeiten, steckt die elektronische Krankenversichertenkarte in Griechenland erst im Planungsstadium. In anderen EU-Staaten wie Irland oder Großbritannien werden Krankenversicherungskarten wie in den meisten Beitrittsländern wenig oder gar nicht genutzt. Top

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