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Beratung in Apotheken wird immer besser

16.02.2004  00:00 Uhr

Beratung in Apotheken wird immer besser

PZ  Die Apothekerinnen und Apotheker in Westfalen-Lippe haben ihre Beratungsqualität weiter erhöht. Dies ist das Ergebnis einer in der Zeit vom 8. bis 28. Januar 2004 vorgenommenen Erhebung der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

„60 der 62 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Apotheken haben den hohen Anspruch an eine nachhaltige pharmazeutische Beratung erfüllt“, kommentiert Dr. Andreas Walter, Geschäftsführer Pharmazie der Apothekerkammer. Damit sei das „Beratungsbarometer“ von 96 auf 97 Prozent gestiegen.

Wie bei der ersten Erhebung der Kammer vom Juli 2002 verlangte ein Kunde ein Arzneimittel mit der Frage: „Haben Sie etwas gegen Kopfschmerzen?“ Direkt nach dem Einkauf kehrte der Kunde zu einer ausführlichen Besprechung über den Beratungsverlauf mit dem Apothekenleiter zurück. Anschließend wurden die Einkäufe dokumentiert und intensiv ausgewertet.

Ganz bewusst, so Walter, habe man als Zeitpunkt für die neuerliche, unangemeldete Qualitätsüberprüfung die ersten Wochen nach In-Kraft-Treten der Gesundheitsreform gewählt: „Die unabhängige Beratung über die Wirkung und möglichen Nebenwirkungen des Arzneimittels ist und bleibt der Kernbereich unserer heilberuflichen Tätigkeit“, stellt Walter fest. „Sie gilt es, ungeachtet aller Irrungen und Wirrungen durch das Reformpaket, auf hohem Niveau zu sichern.“

Fragen ist Gold

Dass in den westfälisch-lippischen Apotheken zum Jahresbeginn nicht nur umfassend über die neuen Zuzahlungs- und Befreiungsregelungen informiert wurde, zeigt ein Blick auf die detaillierte Auswertung der Erhebung: „Unsere Maxime ‚Schweigen ist Silber, Reden ist Gold’ haben sich nahezu alle Apothekenteams zu eigen gemacht“, so Walter. Durchschnittlich drei bis vier Themenkreise wurden vor Abgabe des Kopfschmerzmittels zwischen Fachpersonal und Patient erörtert.

So wurde in 87 Prozent der Fälle nachgefragt, für wen das Medikament bestimmt sei. In drei Viertel der Gespräche erkundigte sich der Apotheker nach weiteren Erkrankungen und der Einnahme weiterer Arzneimittel. Neben abgabebegleitenden Hinweisen (40 Prozent) und Fragen nach der Art und Intensität des Kopfschmerzes (32 Prozent) ergänzten die Abgrenzung zum Arztbesuch und zahlreiche sonstige Hinweise das umfassende Beratungsangebot der Apotheke.

Transparenz ist Trumpf

Auch im weiteren Jahresverlauf wird die Apothekerkammer die Beratungsleistungen in Westfalen-Lippe auf den Prüfstand stellen: Die Januar-Erhebung zum Thema Kopfschmerz wird im Februar und März auf bis zu 200 Apotheken ausgedehnt und so auf eine breitere Datenbasis gestellt. In den folgenden Quartalen stehen Erhebungen zu drei weiteren Gesundheitsthemen an.

Vom regelmäßigen „Apotheken-TÜV“ durch die Kammer profitieren alle Beteiligten, betont der Geschäftsführer Pharmazie der Kammer: „Für die Apotheken ist eine unabhängige Einschätzung ihrer Beratungsleistung von hohem Nutzen. Und im Sinne des Patienten ist es, wenn wir auf diese Weise die Dienstleistungsqualität der Apotheke auf hohem Niveau sichern und sogar noch verbessern.“ Top

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